Radevormwald: Integration im Gemeindeamt

Radevormwald: Integration im Gemeindeamt

Seit zehn Jahren ist Elke Holthaus Mitarbeiterin im lutherischen Gemeindeamt im Wartburghaus. Gelobt wird ihr Engagement. Arbeitgebern helfen die Arbeitsagentur und der Landschaftsverband Rheinland.

Zu viel Wirbel um ihre Person mag Elke Holthaus nicht. Doch gestern stand die 41-jährige in der lutherischen Kirchengemeinde im Mittelpunkt: Zehn Jahre ist sie im Gemeindeamt beschäftigt. Dazu gratulierten Kollegen und Pfarrerin Manuela Melzer.

"Die Stelle von Elke Holthaus ist damals bewusst geschaffen worden, weil wir als Kirchengemeinde etwas für Menschen mit Behinderungen tun wollten", erläutert Melzer. Als Arbeitgeber habe man im Verwaltungsbereich ein Zeichen setzen wollen, damit auch Menschen mit einer Behinderung eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen. Elke Holthaus hat eine schwere Gehbehinderung, als Beeinträchtigung bei ihrer Arbeit hat sie das nach eigener Einschätzung nie empfunden. Gehhilfen und ein spezieller Stuhl helfen durch den Büroalltag, den Arbeitsplatz erreicht sie mit dem Taxi.

Hilfe durch Nachbarin

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Den Weg zur Arbeitsstelle ermöglichte ihr vor zehn Jahre eine ehemalige Nachbarin. Erika Neumann, selbst viele Jahre im Gemeindeamt tätig, erzählte, was alles im Gemeindeamt zu tun sei. Elke Holthaus wurde aufmerksam, denn sie suchte schon länger eine Chance, das häusliche Umfeld zu verlassen und tätig zu werden. Am Ende wurden aus einstigen Nachbarinnen Kolleginnen – auch wenn Erika Neumann schon seit einiger Zeit im Ruhestand ist.

"Wenn man Elke Holthaus eine Aufgabe gibt, dann lässt sie nicht locker, bis diese auch erledigt ist", beschreibt Manuela Melzer eine Eigenschaft der Gemeindemitarbeiterin – ihre Gründlichkeit. Sie ist unter anderem zuständig für das Erstellen von Geburtstagslisten, beschafft Adressen bei Goldhochzeiten und kümmert sich um die Zustellbezirke für die Gemeindebriefe. Auch die Gottesdienste behält sie im Blick.

20 Stunden pro Woche arbeitet sie, "oft auch über das geforderte Maß hinaus", wie ihr Melzer lobend bescheinigt. Dennoch bleibt neben diesem Engagement genug Zeit für Freizeit und Hobby. Elke Holthaus, die mit ihrer Mutter zusammenlebt, liest viel und hört gerne Musik. Regelmäßig nimmt sie an Gemeindefreizeiten teil. Seit längerer Zeit ist sie auch Mitglied im CVJM und singt im CVJM-Chor mit.

(RP)