Interview Jutta Muysers: Warum "Feuerteufel" nicht psychisch krank sein müssen

Interview Jutta Muysers: Warum "Feuerteufel" nicht psychisch krank sein müssen

Seit Oktober werden auf der Furth immer wieder Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die ärztliche Direktorin der LVR-Klinik in Langenfeld sieht keine Indizien für einen psychisch kranken Täter.

Können Sie uns erklären, was in dem oder den Brandstiftern vorgeht?

Jutta Muysers Natürlich kann ich das nicht, es ist vieles unklar. Aber es spricht wenig dafür, dass es ein psychisch Kranker ist.

Warum das?

Muysers Es gibt zwar das Krankheitsbild der pathologischen Brandstiftung. Aber das sind Serien, bei denen jemand zehn oder mehr Autos in einer Nacht anzündet. Ich denke eher, dass es Jugendliche sein könnten, die sich einen Spaß daraus machen. Das kann auch im Zusammenhang mit Drogen und dadurch in einem Erregungszustand passiert sein. Das ist aber alles Spekulation.

Andere Täter kommen aus Ihrer Sicht eher nicht in Betracht?

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muysers Man kennt Feuerwehrleute, die einen Brand legen, um ihn später löschen zu können. Quasi um eine Heldentat zu begehen. Aber das sind oft viel größere Brände.

Wie sähe die Brandstiftung denn bei einem geistig Kranken aus?

Muysers Geistig Behinderte kokeln manchmal aus Wut, wenn sie sich über etwas ärgern. Das läuft aus dem Ruder und dann steht das Haus in Flammen. Oder es gibt Schizophrene, die aus einem Wahn heraus etwas anzünden. Das ist dann aber oft im eigenen Zimmer, zum Beispiel die Bettwäsche. Deswegen findet man die schwerkranken Brandstifter auch oft sehr schnell, weil man da leicht einen Zusammenhang herleiten kann.

MILENA REIMANN FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(NGZ)