Neuss: SPD befragt Bürger zu "Steuerschatz"

Neuss: SPD befragt Bürger zu "Steuerschatz"

Der "Steuerschatz" weckt Begehrlichkeiten. Wunschliste in der City erstellt.

Die Vorstellung könnte so schön einem Comic entsprungen sein: Irgendwo steht ein vollgepfropfter Geldspeicher, und wer den Schlüssel hat - in diesem Fall die Stadt Neuss - kann aus dem Vollen schöpfen. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, auch wenn der "Steuerschatz", der der Stadt vor rund einem Jahr in Höhe einer unerwarteten Gewerbesteuerzahlung in Höhe von rund 152 Millionen Euro zuteil wurde, umgehend Begehrlichkeiten geweckt hat. Und das gilt unabhängig von der Frage, ob und wie viel Geld überhaupt bei der Stadt verbleibt. Eine entsprechende Betriebsprüfung des Finanzamtes, mit der die tatsächliche Steuerschuld des zahlenden Unternehmens festgestellt werden soll, läuft.

Die SPD hat den "Steuerschatz" jetzt genutzt, um zu fragen, was die Neusser mit diesem Geld machen würden. Vier Stunden lang sprachen Vertreter des Ortsvereins Stadtmitte mit Bürgern. "Viele Neusser fanden es super, dass wir sie mal nach ihrer Meinung fragen", erklärt Daniel Handel, der den entsprechenden Infostand in der Innenstadt für den Ortsverein organisiert hat. Unterstützt wurde er durch den SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Sascha Karbowiak und Heinrich Thiel, dem Vorsitzenden des Ortsvereins Nordstadt.

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Daniel Handel, der für die SPD den Wahlkreis Hermannsplatz betreut, zeigt sich mit dem Ergebnis überaus zufrieden: "Wir haben über 85 Vorschläge gesammelt, für die aus Sicht der Neusser zukünftig mehr Geld investiert werden sollte", so Handel. Die Mehrheit der Neusser wünsche sich zusätzliche Investitionen in bezahlbaren Wohnraum, gute und preisgünstige ÖPNV-Angebote sowie gut ausgestattete und moderne Schulen und Kitas. "Unsere Forderung, bis 2020 die Beitragsfreiheit für die Kindertageseinrichtungen zu erreichen, wurde von allen Neussern begrüßt", teilt Handel mit.

Der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Michael Hohlmann hat die Passanten auch zu den Plänen von Bürgermeister Reiner Breuer befragt, eine moderne Multifunktionshalle zu bauen. "Die Neusser stehen dem Vorhaben offen gegenüber, als häufigster Standort wurde der Wendersplatz vorgeschlagen", berichtet Hohlmann. Die Ergebnisse des Infostands, der in Zusammenarbeit mit dem Ortsverein Nordstadt durchgeführt wurde, sollen jetzt in die SPD-Ratsfraktion eingebracht werden.

(NGZ)