Neuss: Auf der Suche nach Geld und Glück

Neuss: Auf der Suche nach Geld und Glück

Am RLT hat am Samstag das Stück "=[ungefähr gleich]" von Jonas Hassen Khemiri Premiere.

Als "Rubbellos-reibende Outsider der Gesellschaft" bezeichnet Nina de la Parra die Hauptfiguren des Stücks "=[ungefähr gleich]" von Jonas Hassen Khemiri, das sie am RLT inszeniert. Denn Andrej, Martina, Mani und Freja hoffen auf mehr: auf ein Leben mit Festanstellung, auf die Verwirklichung eines Traums ... und überhaupt. Nur Peter hat sich abgefunden mit dem Schicksal, lebt als Obdachloser am Rande und kommt irgendwie damit klar.

Die vier sind ungefähr im gleichen Alter, ungefähr in der gleichen Situation. So erklärt sich auch der Titel des Stücks, sagt Dramaturgin Alexandra Engelmann, die zusammen mit de la Parra die Bearbeitung für das RLT eben auf diese vier Menschen konzentriert, die von Rainer Scharenberg (Mani), Pablo Guaneme Pinilla (Andrej), Katharina Dalichau (Martina) und Hergart Engert (Freja) gespielt werden. Christoph Bahr (unter anderem als Peter), Alina Wolff und Anna Lisa Grebe ergänzen das Ensemble des Schauspiels, das Khemiri selbst mit 20 Rollen bestückt hat.

"Es ist witzig geschrieben, hat ein hohes Tempo und ist alles andere als ein düsteres Theaterstück", betont Engelmann - obwohl es eher vom Scheitern erzähle, von jenen Menschen, die in der Gesellschaft nichts werden könnten, weil ihnen das wichtigste fehle: Geld und damit Ansehen. Khemiris Urteil fällt wenig freundlich aus, aber de la Parra und Engelmann wollen die Gesichte auf keinen Fall moralisch angehen.

Auf 90 Minuten haben sie das Stück eingedampft: "Khemiri schreibt toll", sagt die Regisseurin, "aber in den Proben haben wir auch gemerkt, dass man den Text gut straffen kann, denn manches Mal hat sich der Autor auch ein bisschen verlaufen." "Es brauchte auch mehr Härte", ergänzt Engelmann. Ausstatterin Jutta Bornemann hat den Schauspielern, die permanent auf der Bühne stehen werden, jeweils "ein Element mitgegeben, das sie benutzen können", um auch den Rollenwechsel deutlich zu machen. Für die Bühne hat sie ein großes Bällebad konstruiert. "Es ist ausschließlich gefüllt mit weißen Bällen", sagt sie, sie seien die Projektionsfläche für die Träume und Wünsche, die nie in Erfüllung gingen.

"Wir hatten sogar an Seifenblasen gedacht", sagen Engelmann und de la Parra schmunzelnd, "aber dann doch festgestellt, dass es dadurch auf der Bühne sehr rutschig wird."

Info Oberstraße 95, morgen, 20 Uhr (Premiere), Karten unter 02131 269933

(hbm)