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Neuss: Jungs in schnellen Seifenkisten

Neuss : Jungs in schnellen Seifenkisten

Am Samstag wollen Fabian, Carsten und Kevin das große Seifenkistenrennen von Hoisten gewinnen. Für dieses Ziel arbeiten sie hart, denn ihr Feuerwehrauto soll nicht nur schnell sein, sondern auch den Kreativpreis gewinnen.

Vorsichtig legen Fabian und Carsten Schumacher die Spanplatte ab, sie soll das Dach werden für ihre Seifenkiste. Gemeinsam mit ihrem Freund Kevin Pütz bauen die Brüder ein Feuerwehrauto. Denn am Samstag ist in Hoisten ein großes Seifenkistenrennen. "Und da wollen wir natürlich gewinnen", sagt der 12-jährige Fabian.

 Aus dieser Seifenkiste soll ein Feuerwehrauto werden. Noch mitten in der Arbeit sind (v.l.): Fabian Schumacher, Carsten Schumacher und Kevin Pütz.
Aus dieser Seifenkiste soll ein Feuerwehrauto werden. Noch mitten in der Arbeit sind (v.l.): Fabian Schumacher, Carsten Schumacher und Kevin Pütz. Foto: Berns

In dem Wettbewerb geht es nicht nur um Schnelligkeit. Auch die originellste Kiste bekommt einen Preis. Die drei Jungs haben sich für ihren kleinen Flitzer deswegen eine ganze Menge ausgedacht. Am Heck des Wagens haben sie ein Rollo eingebaut: "Weil die echten Feuerwehrautos auch so etwas haben", erzählt der zehnjährige Carsten. Er begeistert sich für den Hoistener Löschzug. "Passives Mitglied bin ich schon. Wenn ich 14 Jahre alt bin, darf ich zur Jungfeuerwehr", erzählt er stolz.

Weil die echten Feuerwehrautos an der Seite einen Werkzeugkasten haben, soll auch die die Seifenkiste einen bekommen. Die Jungen haben dafür extra einen Verschlag gebaut, den man öffnen und schließen kann. Sogar richtige Sitze haben sie eingebaut. "Es ist toll, wie sich die Drei in die Arbeit stürzen", sagt Vater Stephan Schumacher. Von seinem Schützenzug kommt das Gestell des Wagens, der Aufbau ist Eigenarbeit. Die Bauteile haben die Jungen geschenkt bekommen, Vater Stephan hilft beim Organisieren.

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Am Samstag wollen alle drei natürlich in der Seifenkiste mitfahren— wer dann wo sitzt, müssen sie aber noch ausknobeln. Denn jeder Junge will gern lenken — auch Carsten, der laut protestiert, als die beiden Älteren ihn auf den hinteren Platz verweisen wollen. Doch der Streit ist schnell vorbei, denn Björn Stockdreher vom Organisationsteam der Jungschützen ist vorbeigekommen. Er beruhigt: "Jede Seifenkiste fährt mehrmals." Also können die Jungen sich abwechseln — und sich jetzt wieder auf ihre Seifenkiste konzentrieren. Denn das Dach hat noch nicht die richtige Form, die Jungs müssen sägen.

Björn Stockdreher erwartet bis zu zehn Teams bei dem Rennen am Samstag. Jedes baut seine eigene Seifenkiste. "Toll ist, wie motiviert alle sind", erzählt der Jungschütze. Das gemeinsame Arbeiten an einem solchen Projekt fördere den Zusammenhalt im Ort — auch unter den jüngeren Teilnehmern, für die es in Hoisten nicht viele Freizeitangebote gibt. Fabian, Carsten und Kevin jedenfalls halten zusammen. Und haben schon wieder eine neue Idee: Ihr Feuerwehrauto soll eine echte Sirene bekommen.

(NGZ)