Kamp-Lintfort: Geld statt Kohle gemacht

Kamp-Lintfort: Geld statt Kohle gemacht

„Geld wie Heu! – Millionäre in Deutschland“– das ist das Thema einer „Stern-TV“-Reportage über das Leben der Superreichen. Portraitiert wird unter anderem auch der 41-jährige ehemalige Bergmann und promovierte Jurist Robert Hoffmann aus Kamp-Lintfort.

Macht Geld glücklich? In Deutschland gibt es laut „World Wealth Report 2005“ 760 300 Deutsche mit einem Privatvermögen von einer Million Euro und mehr. Wie wird man in unserem Land überhaupt noch richtig reich? Entweder durch Erbschaft: Im laufenden Jahrzehnt stehen laut dem Deutschen Institut für Altersvorsorge 1,4 Billionen Euro an Privatvermögen zum Vererben an. Ein Viertel davon geht an zwei Prozent der erbenden Haushalte. Oder aus eigener Kraft: Mit überdurchschnittlich viel Einsatz, Arbeit und einer gehörigen Portion Risikobereitschaft in einem profitablen Geschäft. Stern TV zeigt eine Reportage über drei ganz unterschiedliche Millionäre in Deutschland.

Firmensitz in Washington D.C.

Robert Hoffmann (41) aus Kamp-Lintfort hat hart für sein Vermögen gearbeitet und redet gern über seine Millionen. Der gelernte Bergmann und promovierte Jurist berät deutsche mittelständische Unternehmen in Steuerfragen, die ihren Firmensitz ins Ausland verlegen wollen. Der geschiedene Vater von zwei Töchtern (11 und 15 Jahre) ist ein Einzelkämpfer. Sein Unternehmenssitz ist in Washington D.C., aber rund zwei Drittel des Jahres ist er in Deutschland unterwegs. Sein großes Hobby: Schnelle und kräftige Autos. In seiner Garage stehen drei Luxus-Karossen im Gesamtwert von 870 000 Euro. „Das brauche ich für mein Ego, sagt der 41-Jährige. Die Doppelhaushälfte ist mit Designermöbeln und allen Insignien des Hi-Fi- und TV-Luxus voll gestopft. Sein Hobby ist nicht Golfen, sondern mit alten Kumpels Bowlen zu gehen.

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Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel (43) ist eine Millionen-Erbin. Ihr Vater, Karl Freiherr von Michel, hinterließ ihr vor 15 Jahren das baufällige Schloss Tüßling bei Altötting, 1000 Hektar Wald, Landwirtschaftsflächen, das Forstgut Mamhofen am Starnberger See und Kapitalvermögen. Die adlige Mutter von sechs Kindern im Alter von 4 bis 17 Jahren muss nun das Familienerbe für die folgenden Generationen bewahren und vermehren. Als Unternehmerin kümmert sie sich um die Vermarktung der Holzbestände aus den Privatwäldern. Im Kreis des deutschen Adels spielt sie eine wichtige Rolle als Gast und Gastgeberin von Festen. Ein perfektes Leben? Oder ist ein Millionen-Erbe manchmal auch eine Last? Von ganz oben nach ganz unten ging es für Rolf Friedrich (48) aus dem hessischen Schnellbach. Schon vor 20 Jahren hatte der Metzgersohn und studierte Wirtschaftswissenschaftler seine erste Million verdient, drei Monate später die zweite. Und das alles mit Optionsscheinen an der Börse. Er zieht in eine Luxusvilla ein, heiratet und setzt sechs Kinder in die Welt. Ein Leben im Luxus: Kindermädchen, Edel-Karossen, zwei Swimmingpools, Fernreisen, Designer-Klamotten etc. Doch dann im Jahr 2002 kommt der Absturz.

Firma ging pleite

Rolf verspekuliert sich, die Anlagefirma macht pleite. Seine sieben Millionen Euro Privatvermögen gehen den Bach herunter. Auszug aus der Luxusvilla, Zwangsversteigerung der Autos, Personal weg, Freunde weg, alles weg. Rolf und seine Familie müssen in eine Sozialwohnung ziehen. Die Reportage zeigt das heutige Leben von Rolf, der in einem Pfandleihhaus für Autos arbeitet. Dort hat er eine ABM-Stelle vom Arbeitsamt. Doch der umtriebige Hesse hat wieder eine neue Geschäftsidee. Ihm fehlen nur noch 100 000 Euro Startkapital. Damit will er wieder dorthin, wo er mal war: Nach ganz oben.

(RP)