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Mönchengladbach: Müllproblem in Rheydter City

Mönchengladbach : Müllproblem in Rheydter City

Gelbe Abfallsäcke verschandeln oft die Rheydter Innenstadt. Es ist nicht das einzige Problem. Geschäftsleute fürchten um ihren Tagesumsatz, wenn der Wochenmarkt zur Hauptstraße umzieht. Nach Lösungen wird gesucht.

Wenn der Rheydter Marktplatz umgestaltet wird, zieht der Wochenmarkt zur Hauptstraße und zum Harmonieplatz um. Obwohl ein Markt allgemein als Frequenzbringer gilt – er holt viele Menschen in die Stadt – sind die Geschäftsleute vor allem der Hauptstraße nicht unbedingt glücklich darüber. Denn die Erfahrungen, die sie in der Vergangenheit gemacht hatten, wenn der Wochenmarkt der Kirmes weichen muss, sind eher schlecht. "Der Umsatz bricht dann um bis zu 60 Prozent ein", sagte ein Geschäftsmann beim ersten City-Werkstatt-Gespräch. Zu dem hatten Stadt und die neue City-Koordination für Donnerstagabend eingeladen. Die Resonanz war beachtlich: Mehr als 50 Geschäftsleute kamen zur City-Werkstatt an der Hauptstraße 20.

Experten seit Oktober da

Da gab's dann reichlich Informationen und auch bereits erste Lösungsansätze. Denn die anderthalbjährige Umbauzeit ist einschneidend und könnte an einzelnen Stellen zu Umsatzverlusten führen. Die Stadt- und Raumplaner des Kölner Büros Dr. Jansen, die für die Koordination der Aktivitäten zuständig sind, sind in dieser Zeit für Geschäftsleute und Bürger nicht nur ein wichtiger Ansprechpartner: Sie entwickeln auch ein Konzept, wie mit Beratung und speziellen Aktionen schlechten Geschäften entgegengewirkt werden kann. Sogar um ein Flächen- und Leerstandsmanagement wollen sie sich kümmern. "Wir sind seit Oktober vergangenen Jahres vor Ort und haben uns bereits ein gutes Bild von der Situation machen können", sagte Felix Stiepel von der City-Werkstatt.

Interessant sind da die Erkenntnisse, die sich inzwischen zwar wiederholen, aber bislang nicht zu einer Änderung geführt haben: In der Rheydter City wird nahezu täglich Müll abgeholt, was zum einen zu einem wenig ansehnlichen Erscheinungsbild, zum anderen zu einem grundlegenden Problem mit der Sauberkeit in der Stadt führt. Bereits die Planer von Scheuvens & Wachten, die das Innenstadtkonzept für Rheydt entwickelt haben, wunderten sich mehrfach über die zahlreichen Müll-Abholtermine und die gelben Säcke, die regelmäßig in großer Zahl in den Einkaufsstraßen zu finden sind.

Auch das Verkehrskonzept war Thema – wobei deutlich wurde, dass niemand die rettende Idee hat, wie zum Beispiel der starke Verkehr mit 4900 täglich über die Harmoniestraße fahrenden Autos einzuschränken ist. "Das ist eine verkehrsberuhigte Wohnstraße. Wenn wir dieses hohe Verkehrsaufkommen zulassen, müssen wir die Straße verändern. Das besagen rechtliche Bestimmungen. Wir müssen dann für Bordsteine und eine klar abgegrenzte Fahrbahn sorgen", sagte der städtische Verkehrsplaner Jörg Clages.

Ebenso kritisch ist die Situation an der Stresemannstraße, auf der nur ein Tempo von 20 Kilometer/Stunde erlaubt ist. Rund 700 Busse, die hier täglich fahren, dazu ein intensiver Durchgangsverkehr, machen dies zur Farce. Die Reaktion von mehreren Geschäftsleuten: Sie forderten die Stadt zu Tempokontrollen und Blitzen auf.

(RP)