Fußball : "Spieler enttäuschen"

Interview mit Guido Kopp: Es war und ist ein Himmelfahrtskommando, das Guido Kopp in Korschenbroich übernommen hat. Der Trainer hatte eigentlich wegen der dünnen quantitativen und qualitativen personellen Voraussetzungen kaum eine Chance, einen einzigen Punkt zu holen. Sieben sind es sogar inzwischen geworden. Auch die Konkurrenz zieht den Hut vor dem stets frohgelaunten Kollegen. Als Tabellenvorletzter der Fußball-Bezirksliga bestehen aber wohl kaum Aussichten, die Klasse zu halten. Mit dem VfB-Trainer sprach RP-Mitarbeiter Kurt Theuerzeit über seine Zukunft und die des Klubs.

Sieben Punkte sind mehr als nichts. Aber muss man sich nicht schon mit dem Abstieg abfinden?

Kopp Wir hätten wirklich mehr Punkte haben können. In einigen Spielen haben wir insgesamt wohl sechs oder sieben Zähler liegen lassen. Hätten wir die auf dem Konto, dann würde die Restsaison noch hoffnungsvoller angegangen werden können.

Sie müssen immerhin elf Punkte aufholen und die Konkurrenz hat in der Winterpause aufgerüstet.

Kopp Ich glaube schon an den Klassenerhalt und tue alles dafür. Das erwarte ich aber auch von meinen Spielern. Die enttäuschen mich aber zum Teil, weil sie nicht regelmäßig zum Training kommen. Ich habe ein anspruchsvolles Vorbereitungsprogramm entworfen. Das kann aber nur wirken, wenn wir es auch alle zusammen durchziehen können. Die Witterung ist natürlich nicht zu einer lustvollen Vorbereitung geeignet, aber wir müssen eben etwas nachholen.

Sie haben in der Winterpause auch noch einmal Spieler dazu bekommen.

Kopp Aus Giesenkirchen sind Konstantin Pappenheimer und Mahmut Lemeck zu uns gekommen, die dort nicht unbedingt Stammspieler waren. Giesenkirchen verlangt für die Freigabe 2000 Euro. Das ist überzogen. Das können und wollen wir nicht bezahlen. Offensichtlich wollen uns die Giesenkirchener nicht stärker machen, weil sie selbst um den Klassenerhalt fürchten.

Wie wollen sie das Unmögliche denn noch schaffen?

Kopp Wir müssen unsere spielerischen Nachteile durch Fitness ausgleichen und als Team auftreten. Dann müssen wir sicher acht Spiele gewinnen. Ausgeschlossen ist das nicht, denn wir sind bisher nie absolut abgeschossen worden. Wir stehen nicht unter Druck, weil es eigentlich Auftrag war, ein neues, schlagkräftiges Team aufzubauen, egal in welcher Klasse wir in der kommenden Saison spielen.

Werden Sie dann noch Trainer beim VfB sein?

Kopp Wenn es nach mir geht: ja. Der Vorstand arbeitet an einigen Voraussetzungen für die kommende Saison. Die Arbeit in Korschenbroich macht mir Spaß, der VfB ist für mich eine Herzensangelegenheit.

(RP)