Mönchengladbach: Jobmaschine Nordpark

Mönchengladbach: Jobmaschine Nordpark

Bereits mehr als 2000 Menschen arbeiten im Nordpark. Weitere 1500 kommen dazu, wenn der Santander-Neubau an der Mailänder Straße steht. Und auch die restlichen 230 000 Quadratmeter dürften bald Abnehmer finden.

Die Mitarbeiter sitzen an der Malmedyer Straße, im Menge-Haus, an der Kaiser- und Bismarckstraße — und das Haupthaus am Santander-Platz quillt trotzdem über. Das Wachstum der Santander-Bank und ihrer mittlerweile zahlreichen Tochtergesellschaften in Deutschland, aber auch in der Mönchengladbacher Zentrale hat die Spanier selbst ein wenig überrascht. 2015 soll es mit dem Flickenteppich ein Ende haben.

Foto: NN

Dann soll — wie die RP bereits berichtet hatte und gestern nun offiziell verkündet wurde — ein Neubau für 1500 Mitarbeiter im Nordpark stehen. "Wir ziehen dort alle Mitarbeiter zusammen, die nicht zum Kerngeschäft Banking gehören", sagte Santander-Prokurist Stefan Enger. Heißt: Alles, was mit IT, Back-office und Kundendienst zu tun hat, zieht an die Mailänder Straße in Sichtweite des Borussia-Parks.

Foto: Reichartz,Hans-Peter

Rund 1100 der Mitarbeiter werden von den diversen Gladbacher Standorten zusammengefasst, der Rest aus der ganzen Republik. Darunter sind dann auch rund 250 Mitarbeiter der von Santander übernommenen SEB-Bank aus Frankfurt am Main.

Klares Bekenntnis zum Standort

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"Wir geben damit ein klares Bekenntnis zu Mönchengladbach ab", sagt Enger. Santander hat sich die Option auf ein 18 000-Quadratmeter-Grundstück gesichert und will, sobald der Rat im Dezember grünes Licht gegeben hat, schon Anfang 2013 loslegen. Ein noch zu findender Investor soll, wie es bei Santander-Projekten Usus ist, den Bau finanzieren, danach mietet die Bank sich langfristig ein. Mit dem Neubau ist sie weiter auf dem Weg, zum größten Arbeitgeber in der Stadt zu werden. Schon jetzt beschäftigt sie 2400 Menschen in Mönchengladbach und ist zudem der größte Gewerbesteuerzahler.

Auch für den Nordpark ist der Deal ein Coup. "Schon jetzt arbeiten dort rund 2000 Menschen", sagt Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft EWMG. Dieser gehört auch die künftige Santander-Fläche. Die Vermarktung des früheren Militärgeländes hatte einst zögerlich begonnen, mittlerweile ist sie auf dem Weg zum Selbstläufer.

Borussia, Finanzamt, van Laack, das Denkmal-Ensemble — alles Erfolgsgeschichten. Der Neubau des Großanlagenbauers Engineering Dobersek für 200 Mitarbeiter ist zu nennen, zuletzt richtete der japanische Monitorhersteller Eizo seine Europazentrale im Schatten des Stadions ein.

"Die Verkehrsanbindung und die Lage sind ideal", sagt Schückhaus. "Außerdem sind die Grundstücke billiger als in Innenstadtlagen. Wir sprechen dadurch Unternehmen an, die sonst nach Düsseldorf gehen würden." Im zweiten Bauabschnitt gehen weitere 260 000 Quadratmeter in die Vermarktung. Davon sind — selbst wenn Santander eine Option auf weitere 10 000 Quadratmeter zieht — noch 90 Prozent offen. Doch auch die dürften bald Abnehmer finden. "Wir sind weiter im Gespräch mit mehreren Autohäusern", sagt Schückhaus etwa.

(RP/rl)
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