Wülfrath: 35 Jahre Klinik Aprath geleitet

Wülfrath: 35 Jahre Klinik Aprath geleitet

Professor Dr. Kurt Simon feiert heute seinen 90. Geburtstag.Unter seiner Regie wandelte sich die Kinderheilstätte zum pneumologischen Fachkrankenhaus.

Professor Dr. Kurt Simon feiert heute seinen 90. Geburtstag. Der Name des Facharztes für Innere Medizin und Lungenkrankheiten ist eng mit der Klinik Aprath verbunden, jenem "Zauberberg", auf dem einst an Tuberkulose Erkrankte behandelt wurden und für deren Umfunktionierung nach seiner Pensionierung verschiedenste zum Teil höchst bemerkenswerte Pläne entwickelt wurden.

In der Klinik Aprath arbeitete er unter seinem Vater Prof. Dr. Georg Simon erst ein Jahr als Oberarzt, bis er 1953 das Angebot annahm, die Nachfolge anzutreten. In den 35 Jahren seiner Klinikleitung erwuchs aus der "Kinderheilstädte Aprath" die Fachklinik für Atmungsorgane.

Kurt Simon wurde am 23. Februar 1921 in Aprath geboren, in der "grünen Oase" Kinderheilstätte, die sein Vater seit 1910 leitete. Damals gab es noch das Schloss Aprath mit Rittersaal und Reitturnieren. Auf dem Aprather Teich konnte man im Winter Schlittschuh laufen und im Sommer Boote ausleihen. Frühe Kindheitserinnerungen des Jubilars gehen zurück in die "Franzosenzeit", als französische Soldaten am Schilderhaus von Schloss Aprath Wache standen.

Volksschule Koxhof besucht

Im Alter von fünf Jahren, 1926, wurde er bei Lehrer Tebel in die katholische Volksschule Koxhof eingeschult. "Damals waren auf dem Land ganz arme Zeiten", erinnert sich Simon. Kinder der Kalkarbeiter kamen in Holzblotschen zum Unterricht, mit riesigen Löchern in den Strümpfen.

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Das Gymnasium absolvierte Simon in Wuppertal, das Medizinstudium in Köln, Bonn und Frankfurt. Zum Studium wechselte er zwischen Front und Studienort – wobei er als Freiwilliger beim Arbeitsdienst zwischenzeitlich zum Studieren freigestellt war.

Unter seiner Klinikleitung wurden in Aprath zahlreiche Aus- und Umbauten, vor allem aber weitreichende Veränderungen mit Blick auf die voranschreitende Eindämmung der Tuberkulose vollzogen. 1954 wurde die Bronchoskopie weiter ausgebaut. 1955 wurde ein Lungenfunktionslabor eingerichtet. Als sich 1960 ein deutlicher Rückgang der Kindertuberkulose abzeichnete, reagierte Simon durch die Einrichtung von zwei Stationen für tuberkulosekranke Frauen.

Damit war der erste Schritt von der Kinderheilstätte zur pneumologischen Klinik Aprath vollzogen, wo in der Folgezeit neben Tuberkulose von Erwachsenen auch Lungenerkrankungen wie akute Pneumonie, Bronchitiden, Viruserkrankungen behandelt wurden. 1967 erhielt Dr. Simon einen Lehrauftrag an der Uni Düsseldorf. Im Verbund mit den Wuppertaler St. Antonius-Kliniken wurde Klinik Aprath später Lehrkrankenhaus dieser Uni. Er sorgte für den Ausbau der Allergologie der Klinik sowie den Ausbau in ein pneumologisches Fachkrankenhaus.

Geronto-psychiatrische Pflege

Als 1982 die Zahl der klinischen Betten auf 120 reduziert wurde, richtete er einen Bereich für vornehmlich geronto-psychiatrische Pflegepatienten ein. 67-jährig gab er 1988 die Klinikleitung in andere Hände.

(RP)
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