Hückelhoven: Extra schließt: 46 Mitarbeiter betroffen

Hückelhoven: Extra schließt: 46 Mitarbeiter betroffen

Der Extra-Markt in Hückelhoven steht vor dem Aus. Wie den Mitarbeitern gestern mitgeteilt wurde, schließt der 1988 eröffnete Markt zum 29. Oktober. Der zu diesem Zeitpunkt auslaufende Mietvertrag wurde nicht verlängert, da die Verhandlungen bislang nicht zum Erfolg geführt hätten, wie es in einer Stellungnahme des Unternehmens heißt. Mit den zuständigen Arbeitnehmervertretern werde in Kürze über einen Interessensausgleich und einen Sozialplan für die 46 Mitarbeiter verhandelt.

Die Konkurrenzsituation, die durch das Hückelhoven Center und damit Kaufland entstanden ist, macht Marktleiter Josef Dohmen nicht in erster Linie für das Aus verantwortlich, sondern die erfolglosen Verhandlungen über die Verlängerung des Mietvertrages. Extra habe weniger Miete als bisher zahlen wollen. Dazu sei auch vom Verhandlungspartner Einverständnis signalisiert, später aber zurückgezogen worden. Schließlich hätten sich die Gespräche festgefahren. Zwar sei geplant, die Verhandlungen noch einmal aufzunehmen, man gehe aber davon aus, dass es bei der Schließung bleibt, sagte Dohmen. Für ihn und seine Mitarbeiter sei das Ende überraschend gekommen, noch bis Anfang der Woche "waren wir guter Dinge".

Rolf Aschendorf führt die Miet-Verhandlungen für die britischen Immobilieninvestoren, denen das Gebäude gehört. Seiner Auffassung nach hat das HC dem Extra-Markt zu schaffen gemacht und für Umsatzeinbußen gesorgt. Außerdem habe Extra nichts zur Attraktivitätssteigerung des Marktes unternommen — und mit 30 Prozent der bisherigen Miete ein inakzeptables Angebot unterbreitet. Als neuen Interessenten nannte Aschendorf Edeka. Verhandlungen würden mit den Betreibern des Wegberger Edeka Marktes geführt.

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Einer dieser beiden Betreiber, die auch Standorte in Alsdorf, Eschweiler und Stolberg haben, ist Dirk Endt. Er bestätigte Interesse am Standort Hückelhoven, allerdings sei noch gar nichts entschieden. Unter anderem fehle noch eine Standortanalyse der Edeka, die auch selbst entscheide, ob es ein Geschäft in Hückelhoven geben wird. Klar sei, dass der Standort kein einfacher ist. Auch wenn man bedenke, dass Kaufland zentral an Publikumsmagneten liege und dort die Innenstadt zurzeit aufgewertet werde. Hinzu komme das Problem der Kirmes, die zweimal im Jahr am umsatzstarken Wochenende die Parkplätze (die der Stadt gehören) belege. Hier habe die Stadtverwaltung zugesagt, nach Lösungen zu suchen. Eines sei klar: "Wir wollen den Markt nicht kampflos den Discountern überlassen."

(RP)
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