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Krefeld: Schützenfest Traar: Die Lage spitzt sich zu

Krefeld : Schützenfest Traar: Die Lage spitzt sich zu

Die Kontrahenten beider Lager liefern sich bereits verbale Scharmützel und schrecken auch vor Unterstellungen nicht zurück. Laut Innenminister sollen die Freien Bauern sogar versuchen, in königstreuen Kompanien unterzukommen.

Nicht nur die Vorbereitungen für das viertägige Traarer Schützenfest über Pfingsten laufen bereits seit Wochen auf Hochtouren: Auch die wenig einvernehmliche Stimmung zwischen dem Königshaus und seinen Kompanien einerseits und den den Freien Bauern von und zu Traar anderseits wird kräftig angeheizt.

Das Traarer Königshaus 2015 (v.l.): Kriegsminister Heinz-Eugen Rinsch und Frau Menga, Innenminister Stefan Ewalds mit Ulrike Bliso, das Königspaar Norbert Lux und Esta Wolff, Außenminister Thorsten Breiding mit Frau Annegret und Finanzminister Heinz Spankmanns mit Frau Sabine. Foto: BSV

Man habe einen sehr positiven Eindruck vom Stand der Arbeiten gewinnen können, erklärt beispielsweise Stefan Ewalds, der für Sicherheit, Ordnung und Sitte zuständige Innenminister des Königshauses um König Norbert Lux und Königin Esta Wolff. "Gestört werden all diese Bemühungen jedoch immer wieder von einer kleinen Truppe seltsam riechender, abtrünniger Mitbürger." So habe er beobachtet, wie vor einiger Zeit eine Königsfahne von den Freien Bauern Andreas Held und Ralf Thissen verunstaltet und auf der Moerser Landstraße in Höhe der Sparkasse aufgehängt worden sei. "Diese wurden von mir bei meinem morgendlichen Rundgang durchs Königreich auf frischer Tat ertappt und zur Rede gestellt." Auf seine Nachfrage, wo denn der Rest der Freien Bauern wäre, habe Thissen kleinlaut erklärt, dass alle anderen Freien Bauern zur Zeit versuchten, königstreuen Truppen beizutreten, und nur noch sie beide und ein gewisser Bauerngeneral übrig geblieben seien. "Es tut selbst mir weh zu sehen, wie diese ehemals so stolze Truppe in sich zusammenfällt", erklärt der Innenminister.

Burengeneral Herbert Busch wartet in seiner Entgegnung zunächst mit einem vermeintlichen Kompliment auf: "Endlich mal eine Truppe auf Augenhöhe!" sagt er, verkleidet das Lob aber mit der Formulierung, das "feierwütige Königspaar und die Partycombo mit allen Ministerchen" legten ein Tempo vor, dass selbst die Freien Bauern staunten. Es gebe nämlich auch Ermüdungserscheinungen: "Ständig trottete die Königskompanie als allerletzte Truppe beim Übungshumpeln hinterher. Im Schlepptau der immer leicht verwirrt wirkende Innenminister, der sich jetzt auch mal als Kriegsminister versucht und die Freien Bauern angreift und einen Kleinkrieg anfängt. Wenn der dürfte, würde er bestimmt auch noch den Job des ,Partyministers' machen." Dann würde es wenigstens keine Bierunterversorgung mehr beim Rosendrehen geben. "Vielleicht hätte hier ja mal das neue Arzt- und Apothekerteam helfen können. Wenn die aber so weiter wurschteln wie beim Übungsmarschieren, wird die Unterversorgung der Schützen wohl zum Dauerzustand werden", lästert der Burengeneral.

Einlassungen dieser Art belegen das inzwischen doch sehr angespannte Verhältnis zwischen dem Königshaus mit seinen Kompanien und den Freien Bauern von und zu Traar und lassen erahnen, mit welcher Vehemenz die Barrikadenkämpfe am Dienstag, 26. März, ab 17 Uhr ausgefochten werden dürften.

(RP)