Aktion gegen Wildpinkler in Köln: Speziallack an Wand spritzt zurück

Aktion gegen Wildpinkler in Köln : Diese Wand pinkelt zurück

"Hier nicht pinkeln! Wand pinkelt zurück." Mit einer speziell lackierten Wand am Kölner Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn Wildpinklern eins auswischen. Der Plan: Der an die Wand gerichtete Strahl kommt etwa im selben Winkel zurück.

Die Blase drückt und der Weg zur nächsten Toilette ist noch so weit, die Wand in dunkler Ecke so nah. Was die Wildpinkler zurücklassen ist ein penetranter Gestank und porös werdende Mauern. Die Bahn möchte das nicht mehr einfach über sich ergehen lassen. Eine Wand am Kölner Hauptbahnhof pinkelt deswegen jetzt zurück.

Eigentlich ist das Parkhaus der Bahn an der Maximenstraße ein Ort, um sein Auto abzustellen. Dass viele Menschen es auch als öffentliche Toilette nutzen, war so eigentlich nicht geplant. Deswegen hat die Bahn jetzt eine oft zur Erleichterung genutzte Wand mit einem Speziallack gestrichen. Trifft ein Strahl die Wand, soll er im gleichen Winkel wieder zurückprallen.

"Hier nicht pinkeln! Wand pinkelt zurück", warnt deswegen ein Schild. Eine Abbildung verdeutlicht die Warnung. "Damit die urinierenden Personen nicht unverhofft sich selbst beschmutzen, haben wir entsprechende Warnschilder aufgehängt", erklärt ein Bahnsprecher.

Die Bahn hat die Wand auf 30 Metern Länge und einem Meter Höhe mit dem Speziallack bestrichen. Zu den Kosten dafür möchte die Bahn sich nicht äußern. Bisher habe man aber positive Erfahrungen gemacht, sagt ein Bahnsprecher.

So ist auch die Bilanz im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Dort hatte die Interessengemeinschaft St. Pauli e.V. im März dieses Jahres mehrere Wände mit dem Speziallack behandelt. Auch in der US-Metropole San Francisco wird der Lack mittlerweile getestet, um gegen Wildpinkler vorzugehen.

An Bahnhöfen soll die Mauer am Kölner Hauptbahnhof laut Bahn jedoch erstmal die einzige bleiben. Weitere Lackierungen sind nicht geplant. An möglichen Stellen mangelt es aber sicher nicht.

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