Goch: Mein Freund, der Baum

Goch: Mein Freund, der Baum

Gemeinsam mit Jörg van Eyckels und seiner Naturschule startet die Stadtbücherei Goch einen einzigartigen Wettbewerb: Kinder schreiben ihre ganz persönliche Baum-Geschichte auf. Die ersten Einsendungen sind schon da.

Die spannende Geschichte vom uralten Baum im eigenen Garten, der schon so viel erlebt und überstanden hat. Stürme, Baustellen, vielleicht sogar den großen Krieg. Der Traum-Baum, der der ganz besondere Freund des kleinen Mädchens ist, weil man sich so gut anlehnen und im Sommer drunter legen kann und dicke Birnen essen. Die dicke, runzlige Eiche im Wald, die bereits groß war, als es noch keien Computer gab und keine Autos und nicht mal Strom aus der Steckdose. So oder ganz anders können sie sein, die Geschichten, die Gocher Kinder nun erzählen und aufschreiben dürfen und auf die nicht nur Jörg van Eyckels und Büchereileiterin Michaela Koprek schon mächtig gespannt sind.

"Für unseren Wettbewerb für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren suchen wir lustige oder traurige, spannende oder verträumte, wahre oder ein bisschen wahre, kurze oder lange Geschichten rund um den Baum", sagt Michaela Koprek. "Die Kinder können über Herkunft, Pflege und Entwicklung von Pflanzen und Bäumen nachdenken und deren Bedeutung für das Leben auf der Erde erkennen. Mit ihrer eigenen Sichtweise und Sprache sollen sie ihre Gedanken zu Papier bringen. So kann Interesse an der Umwelt entwickelt werden."

Ist das nötig, heute, auch schon hier, auf dem Land? "Hier geht's eigentlich noch, im Gegensatz zu Kindern, die in Großststädten aufwachsen, wissen die Kinder hier bei uns noch verhältnismäßig viel von der Natur."

Aber eben nur "verhältnismäßig". Vieles, das vor wenigen Jahrzehnten noch zu den Selbstverständlichkeiten gehörte, ist heute gleichsam ausgestorben. Michaela Koprek: "Denken Sie an die Waldspaziergänge mit den Eltern oder den Großeltern, die früher sonntags die Regel waren. Das findet heute so nicht mehr statt. Dabei ist es wichtig, dass Kinder das alles kennen und begreifen lernen!"

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Gemeinsam mit Jörg van Eyckels und seiner Naturschule waren Idee und Konzept schnell ausgearbeitet: Es gibt, berichtet Michaela Koprek weiter, zwei verschiedene Möglichkeiten, etwas zu Papier zu bringen: Unter dem Gedanken "Wenn der Baum erzählen könnte…" können Jungen und Mädchen Geschichten über Bäume in ihrer Umgebung aufschreiben. "Dafür können sie natürlich Eltern, Großeltern oder Nachbarn zu fragen, ob sie solche Geschichten kennen." Die andere Möglichkeit: Eine Geschichte mit dem Leitgedanken "Wenn ich ein Baum wäre, dann…" Michaela Koprek: "Was für ein Baum wäre man wohl selbst, eine knorrige Eiche oder eine schlanke Tanne zum Beispiel?"

Drei Gruppen — drei Sieger

Die schönsten Erzählungen werden prämiert — aufgeteilt nach den drei Alterklassen. Aber eigentlich gewinnen alle Geschichten und ihre "Erfinder". Denn die gesammelten Werke werden nach dem Wettbewerb komplett in der Stadtbücherei am Kolpingplatz ausgestellt, zum Anschauen und Lesen. Michaela Koprek und Jörg van Eyckels sind sehr gespannt darauf. Wird sich bei der Lektüre doch erschließen, wie Kinder heute Bäume "sehen", wie sie sie wahrnehmen, welche Bedeutung sie für junge Menschen heute haben.

Als Preise winken beispielsweise Gutscheine für örtliche Buchhandlungen. Was genau alles zu gewinnen ist, wird die Stadtbücherei noch mitteilen.

(RP)