Goch: High-Tech gegen Müllsünder

Goch: High-Tech gegen Müllsünder

Seit gut einem Jahr arbeitet die Gemeinde Weeze mit so genannten Müllchips. Das elektronische System erkennt, wer Gebühren zahlt und wer nicht. Eine erste Bilanz.

Weeze Sehr zufrieden zeigt sich Dirk Jendrusch, Mitarbeiter in der Abteilung Steuern und Abgaben der Stadt Weeze, mit der Einführung des elektronischen Chips an der Restmüll- und Biotonne.

Mehr Gebührengerechtigkeit

"Unterm Strich war das Ziel eine Gebührengerechtigkeit. Wir haben vor Ort viele Tonnen aufgespürt, die zu viel im Ort, also nicht angemeldet waren." Wie die dorthin gekommen sind, dafür hat Jendrusch verschiedenen Erklärungen. "Eine Tonne kann in der Nachbarschaft verschwinden oder wird beim Umzug einfach aus anderen Gemeinden mitgebracht." Die Tonnen, die übrig geblieben sind, werden von der Firma Schönmackers in Goch weiter verwertet.

Mittlerweile gibt es in der Gemeinde nur noch registrierte Tonnen. Die Umstellung hat fünf Monate in Anspruch genommen. "Wir sind Straßenzug für Straßenzug vorgegangen", sagt Jendrusch. Leerung der alten Tonne und Austausch erfolgten an einem Tag. Die gechipten Tonnen enthalten Daten über Art der Tonne, Größe und Grundstück.

"Uns interessiert nur: Ist die Tonne bezahlt? Die Daten dahinter interessieren uns nicht", erklärt Jendrusch. Ist eine Mülltonne verschwunden, kann der Eigentümer den Chip sperren lassen, damit er nicht für fremden Müll zahlen muss. Ob eine Tonne gesperrt ist, erkennt der Greifarm am Müllfahrzeug. Dort befindet sich ein Sensor, der den Barcode der Tonne liest. Wird eine Mülltonne nicht geleert, kann es folgende Gründe haben: Der Chip ist gesperrt oder defekt. Defekte Chips tauscht der Änderungsdienst nach Meldung in der darauffolgenden Woche aus.

"Der Bürger ist zufrieden", sagt Jendrusch. Für die Weezer war das Umrüsten der Tonne kostenlos. Für sie entscheidet sich der Preis über die Größe der Tonne. Die Restmülltonne gibt es als 80-, 120- und 240-Liter Behältnis, die Biotonne in den Größen 120 und 240 Liter. "Wer gut sortiert, kann mit weniger Volumen auskommen", erklärt Jendrusch. Und zahlt dementsprechend weniger. In die grüne Tonne kommt Papier, gelb ist für Stoffe des dualen Systems. Glas wird alle acht Wochen abgeholt, außerdem gibt es zusätzlich in Weeze zwei und in Wemb einen Glascontainer. Sechsmal im Jahr kommt das Schadstoffmobil, Sperrmüll wird nach Bedarf vom Entsorger abgeholt.

Eine Frage trieb die Weezer Bürger aber doch um, ob mit der Einführung des Chips auch die Verwiegung eingeführt werde. "Das haben wir natürlich dementiert", erklärt Jendrusch. Gegen die Bezahlung nach Gewicht sprechen für den Mitarbeiter der Abteilung Steuern und Abgaben einige gute Gründe. Zwar sei die Verwiegung das gerechteste System, aber "es hat oft den Nebeneffekt, das Müll ausgelagert wird, um Kosten zu sparen". Sprich, es entstehen wilde Müllkippen oder die Papierkörbe der Stadt müssen für die Entsorgung des Haushaltsmülls herhalten.

(RP)