Duisburg: Handwerk kann Spaß machen

Duisburg: Handwerk kann Spaß machen

Am Dienstag durften rund 1000 Schüler beim "Tag des Handwerks" in verschiedene Ausbildungsberufe hineinschnuppern. Autos, die auf Handbewegungen reagieren und kreative Mosaiken aus Scherben waren nur einige Attraktionen.

Am Eingang des Bildungszentrums Handwerk steht ein Mann, der wie ein Zauberer mit Armbewegungen in der Luft ein kleines Auto auf dem Boden steuert. Am Stand des zdi-Zentrums DU-Mint erklärt Daniel Kohnen die vermeintliche Hexerei. Ein aufgestellter Laptop nimmt die Bewegung des Armes wahr und überträgt sie auf das kleine Auto.

Am Tag des Handwerks konnten rund 1000 Schüler aus 20 Schulen mehr aus der Welt der Technik lernen."Mit diesem Tag möchten wir besonders die jüngeren Schüler im 7. oder 8. Schuljahr ansprechen, wenn der Berufswunsch sich noch nicht verfestigt hat", sagt Bildungzentrum-Geschäftsführer Frank Bruxmeier. "Wenn sie sich später für einen Beruf entscheiden, erinnern sie sich vielleicht, wieviel Spaß das Handwerk macht. Aufgrund des Fachkräftemangels brauchen wir sie hier." Auch der Erste Bürgermeister Benno Lensdorf schaute am Dienstag vorbei und ließ sich verschiedene Tätigkeiten erklären.

Im Bereich für KfZ-Mechanik erklärt Christian Treitinger Schüler Frederik Luft, wie ein Antrieb funktioniert und demonstriert es an einem aufgestellten Motor. Frederik will später aber nicht unbedingt mit Autos arbeiten. "Ich möchte Fluggerätemechaniker werden", sagt er und hört dennoch interessiert zu. Christian Treitinger ist Sozialpädagoge und arbeitet im Projekt "14 plus", in dem Jugendlichen Berufsorientierung angeboten wird. Neben Werksführungen können die Schüler dabei auch im Bildungszentrum Handwerk in verschiedene Tätigkeitsbereich hineinschnuppern.

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Draußen auf dem Hof ist Yisim Aslan mit ihrem Mosaik beschäftigt, gewissenhaft legt sie mit bunten Scherben ein Muster auf die Platte. Fliesenleger Markus Krämer schaut ihr dabei über die Schulter. "Damit wollen wir die Kinder für unseren Beruf begeistern. Mosaike legen wir zwar nicht so häufig, weil es sehr teuer ist, aber manche Kunden wünschen sich dieses individuelle Design zum Beispiel im Badezimmer", sagt er. Yisim Aslam macht das Mosaiklegen Spaß, sie ist aber unsicher, ob das der richtige Beruf für sie wäre. Ihr fertiges Werk darf sie aber mit nach Hause nehmen.

Daniela Maurer und Jennifer Müller haben sich bereits für einen Handwerksberuf entschieden: sie sind beide Tischler-Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr und demonstrieren in der Werkstatt, wie sie mit Holz arbeiten. "Tischlerinnen sind keine Seltenheit mehr", weiß Daniela. Am meisten reizt die beiden die Vielseitigkeit ihres Berufes, Fenster, Möbel und vieles weitere stellen Tischlereien her. Die grundlegenden Techniken lernen sie in überbetrieblichen Kursen, da die meisten Betriebe spezialisiert sind oder mit großen Maschinen arbeiten. Im Bildungszentrum Handwerk bekommen die Lehrlinge alle Grundlagen in mehreren Wochen beigebracht.

Auch für Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, kann eine Umschulungsmaßnahme in den Werkräumen an der Konrad-Adenauer-Straße eine Chance sein. "Wenn wir sehen, dass jemand Talent hat, dann empfehlen wir ihn an befreundete Betriebe für eine Ausbildung", sagt Bruxmeier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schüler testen Handwerksberufe

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