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Duisburg: Grünes Licht für "Douvil"

Duisburg : Grünes Licht für "Douvil"

Nachdem am Montag der Wirtschaftsausschuss und die Bezirksvertretung Hamborn das geplante "Duisburg Outlet Village" (Douvil) befürworteten, ist eine wichtige Hürde genommen.

Roger Sevenheck hat schon mit den Banken gesprochen. Und zwar mit Erfolg, so der Niederländer. "Ein Investment über 125 Millionen Euro zahlen wir nicht cash", erklärte der Unternehmer, der als Geschäftsführer des Investors German Development Group das Vorhaben maßgeblich steuert.

Gemeinsam mit Jetstein Roberts vom Unternehmen Freeport, dem künftigen Betreiber, und dem Architekten stellte Sevenheck gestern das geplante Outlet-Center den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses und der Bezirksvertretung Hamborn in einer gemeinsamen Sondersitzung noch einmal detailliert vor. Offensichtlich mit Erfolg: Die Bezirksvertretung stimmte den entsprechenden Bebauungsplänen bei einer Gegenstimme zu, der Wirtschaftsausschuss votierte einstimmig dafür.

Die Zahlen sind imponierend: Auf einer insgesamt 120 000 Quadratmeter großen Fläche, deren Kernstück die Rhein-Ruhr-Halle und das alte Hamborner Stadtbad bilden, sollen in zwei Stufen 140 Shops mit einer Einzelhandelsfläche von insgesamt 26 000 Quadratmetern entstehen. Bis zu 800 rechnerische Vollzeit-Stellen entstehen dabei. Da im Handel viel in Teilzeit gearbeitet wird, könnte die Zahl der neu Beschäftigten durchaus bei 1000 und mehr liegen. Hinter der Rhein-Ruhr-Halle sind rund 2200 Stellplätze für die aus Richtung Süden Anreisenden vorgesehen. Wer aus Richtung Norden kommt, landet in einem neuen Parkhaus. Roberts geht von rund zwei bis 2,7 Millionen Besuchern jährlich aus.

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Freeport arbeitet mit rund 400 Markenherstellern zusammen. Die Kleidung wird mit Nachlässen zwischen 30 und 70 Prozent verkauft. Optisch soll das "Dorf" die Formensprache der älteren Gebäude wie des Stadtbades aufnehmen.

Das nordöstlich angrenzende Wohngebiet bis zur August-Thyssen-Straße soll in die Planungen mit einbezogen werden. Da hier Häuser mit rund 400 Wohnungen abgerissen werden sollen, müssten rund 300 Familien eine neue Wohnung suchen. In einem gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und Linken wird daher an den Investor appelliert, die Umzüge sozialverträglich zu gestalten. Die CDU schloss sich dem Antrag an. Außerdem wird gefordert, keine prekären Arbeitsverhältnisse entstehen zu lassen.

(RP/rl)