Duisburg Ein Heimatverein für Hamborn

Duisburg · Jörg Weißmann ist überzeugter Hamborner. Der in Bonn lebende Medizinrechtler, Jahrgang 1959, fühlt sich seiner alten Heimat nach wie vor so eng verbunden, dass er am kommenden Donnerstag, 13. Oktober, 19 Uhr, im Hamborner Ratskeller einen Heimatverein gründen will und damit vielleicht schon zugleich den Grundstein für ein Heimatmuseum legt.

"Der Norden hat sehr viel Geschichte zu bieten, die wach gehalten werden sollte", sagt Weißmann. Der gebürtige Neumühler, aufgewachsen am Hohenzollernplatz, stammt selbst aus einer Bergarbeiterfamilie und hat miterlebt, wie die Industrie den Duisburger Norden prägte und veränderte. Kontakte zum einstigen Geschäftsführer des Hamborner Verkehrsvereins, dem heute 92-jährigen Hans Lembeck, haben sein Anliegen noch verstärkt.

Schon allein die Sammlung, die Lembeck im Laufe der Jahre zusammengetragen hat, gelte es zusammenzuhalten und den Bürgern zu zeigen, ist Weißmann überzeugt. Bei zwei Stadtführungen (eine in Hamborn, eine in Marxloh, eine Dritte folgt am Sonntag in Neumühl) hat er zudem erlebt, wie groß das Interesse der Bürger ist, mehr über ihren heutigen — oder auch früheren — Wohn- und/oder Arbeitsort zu erfahren. Weißmann schwebt vor, dass der Heimatverein regelmäßig zu Ausstellungen, Vorträgen, Besichtigungstouren und Diskussionen einladen könnte. Auch Hinweistafeln an historisch bedeutenden Orten oder Häusern seien eine schöne Sache, aber nur mit Hilfe von Sponsoren finanzierbar.

Ein Thema bei diesen Treffen könnte zum Beispiel sein, wo viele der Vorfahren der heutigen Hamborner ihre Wurzeln hatten, nämlich in Osteuropa, und wie sie sich dann im Schatten von Zechen und Hochöfen ein neues Leben aufbauten. Einen Namen für den Heimatverein werden die Mitglieder am kommenden Donnerstag erst noch festlegen. Das Mitglied mit der Nummer Eins hingegen ist schon bekannt: Hans Lembeck.

(RP/rl)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort