Duisburg: Altes Bad wird zur Visitenkarte

Duisburg : Altes Bad wird zur Visitenkarte

Die Pläne für das Factory Outlet in Hamborn mit dem Namen "Douvil" werden immer konkreter. Dem denkmalgeschützten Hamborner Hallenbad soll neues Leben eingehaucht werden. Die German Development Group will bis zu 125 Millionen Euro investieren.

In den 30er Jahren gingen die Hamborner an der heutigen Walter-Rathenau-Straße schwimmen. In zwei oder drei Jahren sollen sie hier in Kaufrausch geraten. Das denkmalgeschützte ehemalige Hallenbad wird so etwas wie die Visitenkarte des geplanten Factory Outlet Centers zwischen Hamborn und Marxloh. Die beiden ehemaligen Schwimmbecken sollen künftig mit "spielenden Kindern und speisenden und tanzenden Erwachsenen" statt mit Wasser gefüllt werden, schwebt dem Investor vor.

Bekanntlich hat sich auf die Ausschreibung nur die German Development Group gemeldet. Sie will eine eigene Projektfirma namens "Douvil" gründen, Abkürzung für "Designer Outlet Village". Betreiber wird ein Unternehmen aus London namens Freeport Retail sein, das angeblich bereits in mehreren europäischen Länden mit ähnlichen Objekten aktiv ist. Angeboten werden in den Geschäften — so die Planung — Waren namhafter Hersteller wie beispielsweise Bally (Schuhe), Boss, Reebok, Chanel, Mango, Fendi oder Prada.

Das Gelände für das Designer-Outlet erstreckt sich vor allem über das heutige Rhein-Ruhr-Hallen-Grundstück und die angrenzende Wohnbebauung. Das Hamborner Hallenbad auf der gegenüberliegenden Seite wird den Eingangsbereich bilden und soll Gastronomie sowie Spielecken für Kinder aufnehmen. Die Architekten überlegen, die Rhein-Ruhr-Halle nicht komplett abzureißen, sondern ihr Stahlgerüst stehenzulassen. Bunte Metallverkleidung könnte als optisch reizvoller Blickfang wirken, alternativ viel Glas und Licht.

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Starten wird "Douvil" mit rund 70 Geschäften auf 16 000 Quadratmetern. In der zweiten Bauphase sind weitere 5000 Quadratmeter denkbar. Wird das Zentrum wie erwartet frequentiert, soll es eine dritte Erweiterung um 4000 Quadratmeter geben, so dass in der Endstufe die Besucher durch 100 Geschäfte bummeln könnten.

Angeblich hat German Development bereits Interesse an weiteren Grundstücken neben dem Hamborner Hallenbad signalisiert. Dabei dürfte es sich unter anderem um das Gelände des kaufmännischen Berufskollegs an der Walter-Rathenau-Straße handeln. Ob diesem Wunsch jemals entsprochen werden kann, hängt allerdings entschieden von der Entwicklung der Schülerzahlen ab.

800 Arbeitsplätze

In dem neuen Factory Outlet können bis zu 800 Teil- und Vollzeitarbeitsplätze entstehen. Gerechnet wird mit jährlich bis zu 2,7 Millionen Besuchern. Möglicher Baubeginn könnte bereits im kommenden Jahr sein. Dazu müsste die Politik allerdings erst noch die entsprechenden Beschlüsse fassen. Bis das Zentrum seine vollständige Größe erreicht hat, werden mindestens fünf Jahre ins Land gehen. Die Investitionssumme liegt bei etwa 125 Millionen Euro.

(RP)
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