Millionengrab Küppersmühle: Gebag stoppt Museumsbau

Millionengrab Küppersmühle: Gebag stoppt Museumsbau

Die Gebag stellt alle Arbeiten an dem riesigen Stahlgerüst ein, mit dem das Museum Küppersmühle erweitert werden soll. Es ist ungewiss, ob die Sponsoren die enorm gestiegenen Kosten bezahlen. Sorge um die Liquidität.

Ob der geplante Erweiterungsbau für das Museum Küppersmühle, für den bislang schon rund 30 Millionen Euro investiert wurden, jemals wie geplant als schwebender Kubus aufs Dach gesetzt wird, ist nach Worten von Gebag-Chef Dietmar Cremer "ungewiss".

Mit sofortiger Wirkung hat die Gebag alle Arbeiten an dem Stahlgerüst, das seit Wochen auf dem Parkplatz vor dem Museum liegt, gestoppt. Zwar hat das Ehepaar Sylvia und Ulrich Ströher, das als Inhaber der riesigen Kunstsammlung Hauptsponsor ist, am 25. Mai versichert, weiterhin an der Museumserweiterung interessiert zu sein, dies aber von einer Überprüfung der weiteren Kosten abhängig gemacht.

Die Gebag als Bauherrin wird die Arbeiten an der Erweiterung aber nur dann fortsetzen, wenn neue Gelder tatsächlich überwiesen werden. Das machten Dietmar Cremer, seine Stellvertreterin Marianne Wolf-Kröger sowie Friedel Prüßmann und Peter Griebeling vom Vorstand des Aufsichtsrates gestern unmissverständlich klar. Cremer sprach von einer "krisenhaften Entwicklung", die es ratsam erscheinen ließ, die Düsseldorfer Unternehmensberatung Mbb Consult sowie die Düsseldorfer Rechtsanwalts- und Steuerberaterkanzlei BB Sozietät Buchalik Brömmekamp mit der "Analyse-Beratung" des städtischen Immobilienunternehmens zu beauftragen. Die Einschaltung dieser Berater geschah wohl auch auf Wunsch der Banken.

  • Fotos : Küppersmühle - Bauarbeiten 40 Meter über der Erde

Die gute Nachricht, die gestern verkündet ist, lautet: Die Kreditinstitute wollen weiter zur Gemeinnützigen Baugesellschaft AG (Gebag) stehen. Die Geschäftsführer und der Aufsichtsrat sind zuversichtlich, dass das städtische Immobilienunternehmen liquide bleibt. Friedel Prüßmann und Peter Griebeling sagten gestern übereinstimmend, dass sie nun zuversichtlicher als noch vor einigen Tagen die Zukunft der Gebag beurteilen. Das Kerngeschäft des Unternehmens, also die Errichtung, Vermietung und Verwaltung von Wohnimmobilien sei profitable.

Die Gebag-Beschäftigten und die Mieter von Gebag-Wohnungen müssten sich vorerst keine Sorgen machen. Was nun mit dem Museum weiter geschieht, werde sich in den kommenden Wochen entscheiden. Im besten Fall kommen die Ströhers und der zweite Sponsor Evonik für die Mehrkosten in einer Größenordnung von 20 Millionen Euro auf. Wenn nicht, bleibt wohl nichts anderes übrig, als den tonnenschweren Stahlkörper irgendwie zu Geld zu machen.

Ob man von der insolventen Stahlbaufirma, gegen die mittlerweile die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil sie Baumängel bewusst in Kauf genommen haben soll, noch Geld bekommen kann, weiß zurzeit niemand. Ungewiss bleibt vorerst auch, ob die Ströhers ihre Kunstsammlung dauerhaft im bisherigen Museum belassen. Doch dieser Gedanke schreckt Dietmar Cremer erstaunlicherweise "am wenigsten": Eine leere Küppersmühle sei gut zu vermarkten, glaubt er. Wie dem auch sei, springen die Sponsoren ab, gibt es neben finanziellen auch juristische Probleme.

(rl)
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