Xanten: Aussichtsplattform für die Küppersmühle

Xanten : Aussichtsplattform für die Küppersmühle

Der Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle in Duisburg läuft bislang planmäßig. Der Ausstellungsbetrieb startet im Altbau im Juni, Fertigstellung ist Ende 2019. Ein Rundgang.

Nur mit wenigen Worten erwähnten Museumsdirektor Walter Smerling und der Baseler Architekt Robert Hösl vom Büro Herzog & de Meuron jetzt beim Rundgang das spektakuläre Scheitern der ersten Erweiterungspläne für das Museum Küppersmühle. Geplant war einst, wie man sich ungern erinnert, einen riesigen Quader aus Stahl und Glas aufs Dach der Küppersmühle zu setzen, was an der mangelhaften Ausführung und der Insolvenz der Stahlbaufirma scheiterte und das städtische Bauunternehmen Gebag fast ruiniert hätte. "Wir erweitern jetzt etwas bescheidener", sagte Hösl.

Foto: Herzog & de Meuron

Nicht nur "bescheidener", sondern auch überzeugender, möchte man der Einschätzung des Architekten hinzufügen. Mit dem Anbau statt dem zunächst geplanten "Schuhkarton"-Aufbau fügt sich die Museumserweiterung ins bestehende Gebäudeensemble am Innenhafen organisch ein. Die Pointe des Erweiterungsbaus besteht darin, dass es eine Pointe gewissermaßen nicht gibt: Der Anbau wird so gestaltet, dass der Besucher später kaum merken wird, ob er sich im Altbau oder im Neubau befindet: Die Räume sind mit fünfeinhalb Metern alle gleich hoch, die Lichttechnik ist identisch, sogar das neue Treppenhaus wird eine Kopie des schon jetzt vorhandenen Treppenhauses in Ziegelrot sein.

Imposant wirkt der Neubau allerdings trotzdem. Zum einen vergrößert er das bestehende Museum, das alles zusammengenommen (einschließlich Büros) bislang über eine Fläche von 3600 Quadratmetern verfügt, um 2500 Quadratmeter reine Ausstellungsfläche. Allein die Dimensionen sind achtungsgebietend. Die neuen Ausstellungssäle sind jeweils 600 bis 700 Quadratmeter groß. Sie sollen mit Wänden in Leichtbauweise unterteilt werden, die auch, ohne allzu großen Aufwand, für besondere Ausstellungsanforderungen entfernt werden können. Der Neubau ist mit dem Altbau durch drei "Brücken" verbunden: im Erdgeschoss, im ersten und im zweiten Geschoss. Vom Altbau in den Neubau (und umgekehrt) gelangt man durch die Silos, die entkernt wurden und die als Wahrzeichen des Museums, das aus einem Speichergebäude entstand, bestehen bleiben. Die Silotürme sollen auch innerhalb des Museums sichtbar bleiben.

Ein besonderes Sichterlebnis bekommt man in den "Bäuchen" der Silos: Man kann von unten bis oben durchschauen und so die Gesamthöhe des Museums von rund 40 Metern ermessen: eine fantastische Raumwirkung!

Die Lage am Innenhafen spielen die Architekten als besonderen Trumpf aus: So wird auf die Silotürme eine Aussichtsplattform gebaut, von der man eine herrliche Sicht auf das Hafenareal hat. Die Aussichtsplattform soll für Besucher auch unabhängig von einem Museumsbesuch geöffnet sein, sagte Walter Smerling. Da man dort oben im Freien steht, ist das Betreten allerdings witterungsabhängig.

In dem erweiterten Museum soll die riesige Kunstsammlung des Sammlerehepaars Sylvia und Ulrich Ströher mit Hauptwerken deutscher und europäischer Nachkriegskunst umfassend präsentiert werden. Der Bereich für Wechselausstellungen im Erdgeschoss des Altbaus soll wie bisher genutzt werden. Seit Eröffnung des Museums am 23. März 1999 wurden dort rund 80 Sonderausstellungen gezeigt, berichtete Smerling.

Am Montag, 11. Juni, wird der Altbau des Museums mit der Ausstellung "Hommage an Jannis Kounellis" wiedereröffnet. Dabei wird voraussichtlich Ministerpräsident Armin Laschet ein Grußwort sprechen. Unterdessen werden die Arbeiten im Erweiterungsbau fortgesetzt. Einen exakten Eröffnungstermin mochte Museumsdirektor Walter Smerling noch nicht nennen, doch rechnet er mit dem letzten Quartal 2019.

(pk)
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