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Duisburg: Das wichtige, alte Friemersheim

Duisburg : Das wichtige, alte Friemersheim

Der Rhein floss mal um Friemersheim herum statt nur daran vorbei. Das Dorf war ein hervorragender Handelsposten, sogar militärisch ziemlich bedeutend, und Steuern wurden von dort aus auch eingetrieben.

Friemersheim Vor hunderten Jahren war Friemersheim eine Insel. Eine Rheininsel, da sind sich Historiker heute sicher. Sowohl die Römer als auch spätere Siedler nutzten die Lage mitten im Rhein, um dort sowohl militärische Anlagen zu errichten als auch Handel zu treiben.

Diese und viele weitere Fakten über die Geschichte Friemersheims offenbarte Dr. Volker Herrmann von der Unteren Denkmalbehörde in Duisburg bei einer geschichtlichen Führung. Über dreißig Gäste folgten Herrmann auf seiner imaginären Reise durch die turbulente Vergangenheit.

"Der Grundwasserspiegel veränderte sich über die Jahrhunderte drastisch", erklärte Herrmann, warum es für die Wissenschaft schwierig nachzuvollziehen ist, wie genau es in der Region in der Vergangenheit ausgesehen hat: "Der Rhein hat häufig seinen Lauf verändert." Das präge die Landschaft enorm: "Er zwingt die Siedler auf höher gelegenes Gelände, doch bot der alte Rheinarm, der Friemersheim umschloss, auch immer Macht durch Häfen und Handel."

Früheste Quelle – eine Fälschung

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Leider stellte sich die angeblich früheste historische Quelle aus dem Jahr 799 nach Christus, in der von Friemersheim als Austragungsort des Reichstages von Karl dem Großen gesprochen wurde, als Fälschung heraus. "Doch in jeder Fälschung steckt auch immer ein Funken Wahrheit", tröstete Herrmann. "Spätestens aus den Jahren nach 900 wissen wir fundiert belegt, dass Friemersheim als große Verwaltungseinheit für die Region fungierte." Davon zeugen etwa Aufzeichnungen aus dem Kloster Werden, in denen es darum geht, wie für 39 Kleinsiedlungen von Friemersheim aus Steuern eingezogen werden.

Friemersheim ist schon immer hochwassergefährdet gewesen. Doch gerade seine Lage machte es in römischer und karolingischer Zeit zur hervorragenden Stellung für militärische Anlagen: "Die Region bildete zur Römerzeit die Ostgrenze des Reiches. Durch Ausgrabungen konnten Reste von monumentalen Bauten gefunden werden, die auf militärische Anlagen schließen lassen."

Deich statt Hauptstraße

Seine heutige langgestreckte Form verdankt Friemersheim der so genannten "Ein-Straßen-Dorf"-Kultur. Dort, wo jetzt der Deich verläuft, muss früher die Hauptstraße des Dorfes gelegen haben: Alle Häuser richten sich nach ihr aus. "Leider werden nicht mehr alle Höfe denkmalgerecht umgebaut", kritisierte Herrmann, um gleich darauf einzuschränken: "Doch das ist immer noch besser, als würden sie ganz verfallen."

(RP)