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Heftiger Widerstand: Wird Drogenhilfe neu organisiert?

Heftiger Widerstand : Wird Drogenhilfe neu organisiert?

Es gibt Überlegungen, die Methadon-Ambulanzen in Benrath und an der Graf-Adolf-Straße aufzulösen. Stattdessen soll die Ambulanz an der Flurstraße zur zentralen Anlaufstelle werden. Dagegen gibt es heftigen Widerstand.

Die städtische Drogenhilfe muss sich verändern: Noch immer ist nicht geklärt, wo etwa die Heroinvergabestelle untergebracht werden soll, und niemand weiß, wie der Ärztemangel im Gesundheitsamt beendet werden kann. Gerade in der Suchthilfe fehlen die Ärzte. Überlegungen, die Hilfen deshalb zu zentralisieren, gibt es zwar schon lange. Jetzt wollen die Grünen aber gehört haben, dass die Pläne, die Hilfen allesamt an die Flurstraße in Flingern zu holen, weiter gereift sind.

Für den Standort bedeutete das, dass etwa 240 statt bisher 130 Drogenkranke jeden Tag dort versorgt würden. Das kommt für die Flingerer Bezirksvorsteherin Annelies Böcker (CDU) aber "überhaupt nicht in Frage". Konkret fragt Grünen-Ratsfrau Antonia Frey im nächsten Gesundheitsausschuss, ob die Methadon-Vergabestellen in Benrath und an der Graf-Adolf-Straße geschlossen werden sollen und was mit der Tagesklinik Flurstraße passiert, die ebenfalls als städtische Drogenhilfepraxis arbeitet.

Befürchtet wird, dass die Außenstellen geschlossen und die Hilfen an der Flurstraße gebündelt werden - und um eine Heroinabgabe für Schwerstbehinderte bereichert. Gründe dafür lägen in den Finanzen: Zum einen ließe sich der Betrieb mit dem jetzigen Ärztebestand im Amt besser aufrechterhalten, zum anderen ist das Haus an der Flurstraße städtisches Eigentum: Mieten für andere Standorte ließen sich womöglich sparen.

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"Möglich, dass der Rotstift stärker regiert", sagt Joachim Alxnat, Leiter des Drogenhilfecentrums an der Erkrather Straße. Denn: Das Gesundheitsdezernat ist unbesetzt und wird kommissarisch von Manfred Abrahams geleitet, der wiederum Stadtkämmerer ist. Alxnat: "Es ist jedenfalls unstrittig, dass das Gesundheitsamt im Moment schwach positioniert ist." Amtsleiter Heiko Schneitler ist beurlaubt.

Annelies Böcker weiß von offiziellen Plänen zwar nichts, ist aber "höchst misstrauisch", wie sie sagt. "Ich werde mich mit allen möglichen Mitteln dagegen wehren, dass die Ambulanz Flurstraße weiter wächst", so Böcker.

"Es gab immer wieder mal Pläne dieser Art." Die Ambulanz liege Wand an Wand mit einer Kita, schon jetzt lägen Spritzen in deren Vorgarten. Eine zentrale Drogenhilfestelle kann es nach Böckers Ansicht nur außerhalb von Wohngebieten geben. Befürworter der bislang geltenden Praxis, nach der Methadon dezentral in verschiedenen Stadtteilen abgegeben wird, befürchten, dass die Vergabe weiter privatisiert werden könnte. An den meisten Standorten, an denen niedergelassene Ärzte bisher Methadon-Praxen betreiben, kommt es jedoch zu Ärger mit den Anwohnern.

(rl)