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Heerdt: Heerdter Kanufahrer für EM qualifiziert

Heerdt : Heerdter Kanufahrer für EM qualifiziert

Yannic Lemmen ist begeisterter Wildwasserfahrer. 2013 war er "Junioren-Weltmeister". Jetzt strebt er die Weltmeisterschaft an.

"Den Vrbas zu befahren macht richtig Spaß", erinnert sich Yannic Lemmen. Auf dem nahe der Stadt Banja Luka/Bosnien-Herzegowina gelegenen Fluss hat der 21-jährige Heerdter schon einmal ein Rennen bestritten. Jetzt aber nimmt der Kanu-Wildwasser-Rennsportler dort an der Weltmeisterschaft teil. "Das Finale wird bei Flutlicht ausgetragen", schwärmt er. Dass er trotz einer schweren Schulterverletzung mit mehrmonatiger Pause im Oktober 2015 den Sprung in die Nationalmannschaft schaffte und auch in diesem Jahr international angreifen kann, freut ihn: "Es wäre toll, ins Finale und dann unter die ersten Zehn zu kommen."

Wie gut er in Form ist, hat er vor wenigen Tagen beim Sprintrennen auf der Erft mit einem ersten Platz bewiesen. Mit diesem Sieg hat er sich auch den unter den Verbandssportlern ausgefahrenen Titel als "Westdeutscher Meister" gesichert. Außerdem wurde der Sportler, der in Heerdt aufgewachsen ist und hier lebt, für seine internationalen Erfolge 2015 vom Landeskanuverband NRW mit der goldenen Sportehrennadel geehrt.

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Das Rüstzeug für diese Erfolge holt sich Yannic im Kajak Club Düsseldorf-Hamm (KCD). Trainerin Jana Huppertz bereitet ihn auf alle Wettkämpfe vor. Jetzt, vor der Teilnahme am Eurocup-Finale des Europäischen Kanu-Verbands am 7. und 8. Mai in Augsburg und der Weltmeisterschaft vom 1. bis 5. Juni in Banja Luka, trainiert er besonders häufig: "Zehn bis zwölf Trainingseinheiten pro Woche." Eine Einheit besteht aus Kajak-Fahren und Laufen oder Schwimmen und dauert zwei bis zweieinhalb Stunden: "Mindestens einmal täglich gehe ich paddeln." Dieses Pensum schafft Lemmen neben der Schule. Denn nach einer dreijährigen Schreiner-Ausbildung will er jetzt in einem College das Abitur nachholen: "Bis circa 14 Uhr ist wochentags Unterricht." Im Sommer 2018 möchte er das Abschlusszeugnis in der Tasche haben: "Falls das Trainingspensum noch intensiver wird, kann ich notfalls ein Semester nachholen." Als größten Erfolg bisher ordnet er einen vierten Platz im Einzel bei der Sprint-WM 2015 in Wien ein: "Mir fehlten nur 0,04 Sekunden auf den dritten Platz." Das sei ein Indiz dafür, wie nahe er an den Bestleistungen dran sei. Wettkampferfahrung sammelt Yannic bei unterschiedlichen Rennen in diversen Ländern. Im August 2015 beispielsweise nahm er erfolgreich mit der Sprintmannschaft an der U23 Weltmeisterschaft in Bryson City, USA, teil: "Wir holten nach den Slowenen die Silbermedaille." Auch bei der Deutschen Meisterschaft 2015 in Lofer auf der Saalach in Österreich waren die KCD-Athleten erfolgreich und brachten neun Gold-, fünf Silber- und vier Bronzemedaillen mit nach Hause. In den Reihen des bereits 1923 gegründeten Düsseldorfer Kajak-Clubs, bei dem Yannic seit frühester Jugend trainiert, gibt es mehrere erfolgreiche Kanuten. Sie holten sich bei der Westdeutschen Meisterschaft fünf Meistertitel, acht Vizetitel und dreimal den dritten Platz. Allerdings wird bedauert, dass der Wildwasserrennsport als nicht olympische Sportart wenig öffentliches Interesse bekommt: "Wir haben wenig Unterstützung." So muss Yannic auch den größten Teil seiner Ausrüstung selbst finanzieren. Jetzt aber hat er erst einmal die WM im Blick: "Ich hoffe auf eine gute Einzel-Platzierung und eine Medaille für die Mannschaft." Sportlich sind seine Ziele klar definiert. Wie es aber beruflich nach dem Abi weitergeht, entscheidet er, wenn er den Abschluss geschafft hat.

(RP)