Lokalsport: Kein Derby für schwache Nerven

Lokalsport : Kein Derby für schwache Nerven

Im Oberliga-Duell zwischen Turu und dem DSC 99 geht es bis zum Schluss hoch her. Erst führen die Oberbilker mit 4:0, ehe der Aufsteiger mit toller Moral fast noch ein Remis holt. Auch der SC West zeigt sich in Schonnebeck torhungrig.

Turu - DSC 99 4:3. Sieben Tore, zwei Elfmeter, zwei Eigentore nach skurrilen Torwart-Aktionen und ein traumhaftes Freistoßtor - wohl kein Zuschauer des Auftaktspiels in der Oberliga dürfte seinen Besuch des Düsseldorfer Lokalderbys bereut haben. Gerade mit Blick auf die Dramatik des Spielverlaufs. Denn viel fehlte nicht, und der Aufsteiger hätte aus einem aussichtslos erscheinenden 0:4-Rückstand noch ein Unentschieden machen können.

Aber der Reihe nach: In der ersten Halbzeit überraschten die Hausherren mit einer richtig guten Leistung, was nach den mäßigen Auftritten in den Vorbereitungsspielen nicht unbedingt zu erwarten war. Vor allem Zugang Jacob Ballah stellte seine manchmal schwerfällig wirkenden Gegenspieler immer wieder vor Rätsel. Nicht umsonst war der junge Nigerianer an zwei von vier Turu-Toren beteiligt. Während er vor dem 1:0 noch unsanft von Özgür Öncü von den Beinen geholt wurde - Vensan Klicic verwandelte den fälligen Strafstoß souverän -, konnte ihn kurz vor der Pause kein DSC-Spieler mehr aufhalten - 3:0. Zwischendurch provozierte der ebenfalls auffällige Sahin Ayas mit einem Flachpass von der rechten Seite ein Eigentor durch Markus Zimmermann.

Ayas war es auch, der kurz nach der Halbzeit das vierte Tor für die Oberbilker besorgte. Diesmal vertändelte DSC-Torhüter Almantis Savonis den Ball gegen den heranstürmenden Ex-Ratinger. Unter normalen Umständen wäre damit die Partie eigentlich schon entschieden gewesen. Doch die Mannschaft von Trainer Sebastian Saufhaus bewies große Moral und kämpfte sich zurück. Zunächst brauchten sie dazu die Hilfe von Turus Schlussmann Björn Nowicki, der ein Rückspiel von Lukas Reitz auf dem regennassen Boden fast selbst zum 1:4 ins Tor beförderte. Allerdings hatten sowohl Nowicki als auch viele Zuschauer den Ball noch nicht hinter der Torlinie gesehen.

Turu reagierte darauf nervös und versuchte allzu früh, das Ergebnis über die Runden zu bringen. Das sollte sich rächen, denn der zur Pause eingewechselte Ex-Büdericher Fabian Gombarek brauchte eine Viertelstunde vor Schluss lediglich vier Minuten, um die Partie wieder zum Kippen zu bringen. Besonders sein Freistoß zum 2:4 aus knapp 18 Metern war absolut sehenswert. Allein: Zu mehr sollte für den Aufsteiger nicht mehr reichen - trotz der tollen Moral.

SpVg Schonnebeck - SC West 1:4. Der SCW hat offenbar auch in dieser Saison wieder große Lust, die Rolle des Favoritenschrecks einzunehmen. Gleich zum Auftakt überrumpelte das Team um Dreifachtorschütze Simon Deuß den Vizemeister SpVg Schonnebeck mit 4:1.

Dabei waren die Oberkasseler den Hausherren in drei Aspekten überlegen - und jeder einzelne wurde am Ende quasi mit einem Punkt belohnt. So zeigten die Blau-Weißen nicht nur die bessere Nerven- und Zweikampfstärke, sondern auch die effektivere Spielidee. Jedenfalls ließen sich die Gäste vom 0:1-Rückstand nicht unterkriegen und schafften bei eigenem Ballbesitz immer wieder eine Gleichzahl zwischen Angreifern und gegnerischer Viererkette. Auf diese Weise setzte der SCW die SpVg-Defensive massiv unter Druck und drehte das Ergebnis noch vor der Pause auf 2:1.

Sinnbildlich für das hohe Pressing war insbesondere die 54. Minute, als Andrej Hildenberg seinem Gegenspieler Thomas Denker den Ball tief in der eigenen Hälfte abluchste: Aus dieser Situation folgte am Ende ein vom Essener Keeper verschuldeter Elfmeter sowie der Platzverweis für Georgios Ketsatis (Tätlichkeit gegen Deuß). Während Schonnebeck also die Nerven verlor, bewahrte Deuß vom Punkt aus die Ruhe.

Bereits zuvor lauerte der 26-Jährige zweimal an goldrichtiger Stelle "Mit einem Punkt wären wir im Vorfeld nicht unzufrieden gewesen. Ein Sieg mit drei Toren fühlt sich aber tausendmal besser an", gestand Deuß. Den Schlusspunkt zum 4:1 setzte Fabian Stutz. Damit war der wieselflinke Blondschopf in der Entstehung aller vier Treffer beteiligt und erwies sich als weiterer Matchwinner.

(RP)