Düsseldorf: Im Firmenwagen ohne Fahrerlaubnis unterwegs

Düsseldorf: Im Firmenwagen ohne Fahrerlaubnis unterwegs

Auf die rekordverdächtige Anzahl von 111 Autofahrten ohne Führerschein hat das Amtsgericht gestern bei einem 42-jährigen Angestellten mit der Verhängung von neun Monaten Bewährungsstrafe reagiert. Der Mann gab zu, mit einem Firmenwagen rund drei Monate lang bis Ende April 2016 tagtäglich von seiner Wohnung zur Arbeitsstelle und zurück gefahren zu sein - obwohl er schon seit Anfang 2016 keinen Führerschein mehr hatte. Die Fahrerlaubnis war ihm entzogen worden, weil er sich unter Haschisch-Einfluss hinters Steuer gesetzt hatte und bei einer Verkehrskontrolle erwischt worden war. Per Ordnungsverfügung wurde ihm Mitte Januar 2016 jede Weiterfahrt untersagt. Doch davon hatte er in einem Sanitätshaus, bei dem er angestellt war, nichts gesagt. Er habe, so sein Anwalt gestern, "Angst gehabt, nach dem Führerschein auch noch die Arbeit zu verlieren". Bis Ende April 2016 sei er also mit dem Firmenwagen unterwegs gewesen, "weil er nicht auffallen und keine Fragen provozieren wollte", so der Verteidiger weiter.

Doch bei Ermittlungen wegen eines völlig anderen Tatverdachts kam heraus, dass der 42-Jährige längst keine Fahrlizenz mehr besitzt, trotzdem täglich im Firmenwagen unterwegs ist. Anhand von Fahrtenbüchern errechneten die Ermittler 111 Autofahrten ohne Führerschein. Dadurch verlor der 42-Jährigen auch seinen Job. Eine Richterin verhängte gegen ihn jetzt neun Monate Bewährungsstrafe plus 1000 Euro als Buße, zahlbar an eine gemeinnützige Einrichtung. Obendrein muss der 42-Jährige laut Urteil noch mindestens ein Jahr warten, bevor er sich neu um einen Führerschein bewerben darf. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

(wuk)