Reitzenstein-Kaserne: Düsseldorfs größtes Neubaugebiet

Reitzenstein-Kaserne: Düsseldorfs größtes Neubaugebiet

350 Einfamilienhäuser und 700 Wohnungen: In Kürze wird das 23 Hektar-Areal auf dem Gelände der ehemaligen Reitzensteinkaserne erschlossen. Im Visier der Entwickler: Menschen, die beruflich nur zwei, drei Jahre hier wohnen und nur so lange ein Haus mieten wollen.

Es ist ein riesiges Entwicklungsgebiet in Mörsenbroich, das mit seinen geplanten 350 Einfamilienhäusern und rund 700 Wohnungen das Wohnungsbauproblem Düsseldorfs deutlich mildern dürfte. In den nächsten Wochen beginnt die Erschließung des 23 Hektar-Gebiets an der Lenaustraße. Alte Kasernenbauten werden abgerissen, ab dem Herbst 2010 ist Baubeginn. Die ersten Besitzer oder Mieter werden ab Ende 2011 einziehen. "Gartenstadt Reitzenstein" heißt das Projekt und wird über 2011 hinaus das größte Neubaugebiet Düsseldorfs sein.

Das Problem hat sich in mehreren Jahren angestaut. Immer weniger Wohnungsbau gepaart mit steigenden Einwohnerzahlen: In Düsseldorf fehlt es derzeit an Wohnungen. Die Makler schlagen schon lange Alarm. In allen Preisklassen, von den bezahlbaren Wohnungen bis zum Luxus-Eigenheim fehlt es. Der Problematik einer wachsenden Wohnflächennachfrage ist sich die Stadt Düsseldorf durchaus bewusst.

Es werden im Jahr 2020 nach einer Studie des Forschungsinstituts InWIS F&B trotzdem bis zu 16 000 Wohnungen fehlen, wenn sich das jährliche Baufertigstellungsvolumen nicht steigert. Einen Beleg dafür liefert das statistische Landesamt Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW): Es weist für 2008 11,2 Prozent weniger neue Wohngebäude in Düsseldorf aus.

3000 Menschen auf 32 Hektar

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Die Gartenstadt vor den Toren der Stadt soll dabei Abhilfe schaffen. Und dazu noch eine besondere Klientel ansprechen, die nur sehr schwierig den passenden Wohnraum findet. Lutz Aengevelt glaubt, dass gerade deshalb die insgesamt 350 Einfamilienhäuser sehr schnell Käufer finden werden. In den zahlreichen Düsseldorfer Unternehmen arbeiten viele hoch qualifizierte Mitarbeiter, die nur zwei oder drei Jahre in der Landeshauptstadt leben. "Die möchten adäquat leben, aber keinen Wohnraum kaufen", sagt Aengevelt. Es gibt in Düsseldorf vor allem sehr wenige Häuser, die nur für einen solch bestimmten Zeitraum anzumieten sind, weiß er.

Deshalb sei das Areal der Ex-Kaserne auch mit einer Mischbebauung vorgesehen: 350 Häuser, die nicht nur zur Eigennutzung gekauft werden, sondern von den Anlegern dann auch vermietet werden. Außerdem werden etwa 700 Wohnungen entstehen, die später zum bezahlbaren Mietbestand zählen sollen. Die Mieten für die Wohnungen werden zwischen zehn und zwölf Euro pro Quadratmeter taxiert. Die Preise für Eigentum sind noch nicht kalkuliert. Insgesamt 3000 Menschen werden hier später mal leben. "Mietwohnungsbau muss wieder kapitalmarktfähig werden", sagt Aengevelt. Es müsse sich lohnen. Bei 350 Einheiten seien auch größere Investoren angesprochen.

Rund 20 Millionen Euro steckt der niederländische Projektentwickler van der Looy in die Erschließung der Straßen- und Kanalmaßnahmen sowie in das Grün-Konzept, das üppige Natur auf dem Areal vorsieht. Immerhin sind 16 Hektar als Bauland ausgewiesen. Letztlich bebaut werden aber nur 40 Prozent der Fläche. Der Rest ist Grünfläche. Insgesamt geht es um ein Investitionsvolumen von 320 Millionen Euro.

Der städtebauliche Entwurf sieht auch eine Kindertagesstätte, eine Jugendfreizeitstätte und einen Supermarkt mit Vollsortiment vor. Die Sporthalle der Bundeswehr ist im Besitz der Stadt und wird für die Vereinsarbeit reserviert.

(RP)
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