Buchautorin kam zur Lesung in die Salvatorschule: Die Schüler entdecken die Welt der Bücher

Buchautorin kam zur Lesung in die Salvatorschule: Die Schüler entdecken die Welt der Bücher

Spannend und gemütlich wird es in der Salvatorschule, als Alexandra Fischer-Hunold das Buch aufschlägt, aus ihrem Werk "Amalia und die Gespensterpiraten" vorliest. Rund 80 Drittklässler durften sich Kissen von zu Hause zur ersten "Kissenlesung" der Grundschule mitbringen. Die Veranstaltung mit der Kinderbuchautorin ist Teil der vielfältigen Bemühungen der Schule, Kindern Anreize zum Lesen zu geben.

"In manchen Familien lernen Kinder erst in der Schule den Umgang mit Büchern, wird beispielsweise viel weniger vorgelesen als früher", so die Erfahrung von Schulleiter Horst Baumann. Doch an der Salvatorschule tragen viele Jungen und Mädchen längst den "Lese-Virus" in sich. "Wenn unsere Schülerbücherei aufmacht, dann sind in den zwei Stunden 130 bis 150 Kinder bei uns", erzählt Uschi Hellmich. Sie und andere Mütter betreuen den Bestand mit rund 1.000 Bänden, der erst vor kurzem kräftig aufgestockt wurde.

"Der Förderverein der Schule hat in diesem Jahr 2.500 Euro bereit gestellt, so dass viele neue Bücher gekauft werden konnten", sagt Vereinsvorsitzender Hubert Vitt. "Das Leseverhalten von Jungen und Mädchen ist unterschiedlich", weiß Uwe Fischer von der Buchhandlung Fischer, die gemeinsam mit dem Förderverein die beiden Lesungen für die dritten und vierten Klassen gesponsert hat. "Bei Mädchen stehen etwa Pferdebücher hoch im Kurs, während Jungen Heldengeschichten bevorzugen, die Erlebnisse des Tiger-Teams und der Knickerbocker-Bande lesen.

Das große Lese-Angebot in der Bücherei - darunter viele Sachbücher - fällt offensichtlich auf fruchtbaren Boden: Die neunjährige Vivian liest zurzeit Harry Potter - nach wie vor ein Renner bei den Kindern -, der gleichaltrige Niels ein Witzebuch, und Victorias Lieblingsbuch heißt "Die Insel-Ponys". "Es ist auch heute möglich, Kinder mit Vorlesen zu fesseln", sagt Autorin Alexandra Fischer-Hunold. "Eine halbe Stunde sollte allerdings nicht überschritten werden." Aber 30 Minuten reichen ja auch, um beispielsweise viel von dem 450 Jahre alten Gespenstermädchen Amalia und seinen Freunden in der Gespensterschule zu erfahren.

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"Ich wollte schon immer Kinderbücher schreiben", sagt die geborene Düsseldorferin, die früher im Dumont-Verlag in Köln arbeitete und sich nach der Geburt ihrer Tochter vor sechs Jahren ihren Wunsch erfüllt hat. Außerdem schreibt sie zurzeit an ihrer Dissertation über Michael Ende. Bei den Lesungen wird es wohl in der Schule nicht bleiben. "Zunächst werden wir die Veranstaltung im Unterricht nachbereiten", erklärt Schulleiter Baumann.

"Und dann überlegen wir, wie wir auch die ersten und zweiten Klassen ans Buch heran führen." Die Zeit bis zu neuen Lesungen oder anderen Aktionen können die Kinder aber mit der gut gefüllten Schülerbücherei überbrücken, oder mit den "Lesemüttern", die regelmäßig in die schule kommen und den Jungen und Mädchen vorlesen. cs

(NGZ)
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