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Dinslaken: Inflation frisst Rentenerhöhung

Dinslaken : Inflation frisst Rentenerhöhung

Die geplante Erhöhung der Renten von 2,3 Prozent im Westen ab dem 1. Juli 2012 wird, so eine Umfrage der Rheinischen Post, gerne angenommen. Wegen der Inflationsrate von 2,5 Prozent ist die Freude doch sehr getrübt.

Die Freude über die zweithöchste Rentenerhöhung seit 1994 hielt sich bei einer Umfrage der Rheinischen Post in der Dinslakener Innenstadt deutlich in Grenzen. Es kamen sogar Zweifel auf, ob die Erhöhung von 2,3 Prozent im Westen und 3,2 Prozent im Osten zum 1. Juli 2012 überhaupt umgesetzt wird — oder ob es nicht doch nur ein leeres Versprechen der Politik ist. Über die Rentenanpassung wird nämlich erst im Frühjahr endgültig entschieden.

Als Adelheid Steffes von der Rentenerhöhung am Morgen aus der Zeitung erfuhr, führte sie eine Diskussion mit ihrem Mann. Beide kamen zu der Ansicht, dass die Erhöhung reine "Blindmacherei" sei. "Das ist doch alles Quatsch. Das wird doch nur gemacht, damit wir die Klappe halten und die Politiker von uns wiedergewählt werden. Aber ich will gar nicht wissen, was uns hintenrum wieder abgezogen wird", meint Steffes.

Kräfte bündeln

2,3 Prozent mehr Rente findet Herbert Stroppe für begrüßenswert, doch bei einer Inflationsrate von 2,5 Prozent reicht die Steigerung bei Weitem nicht aus. "Deshalb kann man sich gar nicht richtig darüber freuen.

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Erst recht nicht, wenn man sieht, wie viel Geld in andere Kanäle fließt", sagt der Hiesfelder und spricht damit die Unterstützung für Griechenland an. "Wir hätten auch in Deutschland das Geld nötig. Man könnte es besser in Kindergärten, Schulen oder den Straßenbau stecken, wenn man sieht, wie viele Schlaglöcher es auf unseren Straßen gibt", sagt Stroppe.

Auch Wolfgang Kau ist froh, dass die Rente überhaupt erhöht wird, doch er hält es für ungerecht, dass es im Osten eine Steigerung um 3,2 Prozent gibt und im Westen nur eine um 2,3 Prozent. Wenn sich die Politik schon zu der erstaunlichen Entscheidung bequemt, die Rente zu erhöhen, dann sollte dies auch angepasst geschehen — zumal der Osten nach Meinung von Kau an vielen Zuschüssen partizipiere. Für ihn wäre es interessant zu sehen, wenn sich die 20 Millionen Rentner in Deutschland vernünftig organisierern würden, um mehr Druck auszuüben: "Da stünde dann schon eine gewisse Macht dahinter."

Auch wenn die Erhöhung vermutlich ein Opfer der Inflation wird und bei Weitem nicht die Einbußen der Rentner in den vergangenen Jahren ausgleicht, verbreitet Inge Treczkos Optimismus. "Ich finde es gut. Und es ist doch besser als gar nichts."

(gaa)