Krankenhaus-Ranking: Große Unterschiede bei NRW-Kliniken

Krankenhaus-Ranking: Große Unterschiede bei NRW-Kliniken

Bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus kann die Erfahrung von dort bereits behandelten Patienten eine Entscheidungshilfe sein. In NRW liegt die Weiterempfehlungs-Quote im Schnitt knapp unter 80 Prozent.

Patienten sollten sich ihre Klinik selbst aussuchen. So jedenfalls lautet die Empfehlung von Verbraucherschützern und Krankenkassen. Sicher ist: Krankenhaus ist nicht gleich Krankenhaus. Neben der Qualität der Behandlung spielt bei der Bewertung von Kliniken allerdings auch die subjektive Perspektive der Patienten eine wichtige Rolle. Welche Erfahrungen haben sie mit den Ärzten und dem Pflegepersonal gemacht? War der Service gut? Würden sie das Krankenhaus weiterempfehlen?

Um das herauszufinden, haben AOK, Barmer GEK und hkk in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung zwischen 2012 und 2014 rund eine Million Patienten zu ihren Erfahrungen während des Klinikaufenthalts befragt. Ausgenommen waren beispielsweise Geburten, Pflegefälle sowie Palliativpatienten.

Auch zu 149 Krankenhäusern im Rheinland fanden sich Urteile, die auf den Angaben von rund 86 000 Patienten basieren. Untersucht wurden die Bereiche "Weiterempfehlung", "Ärztliche Versorgung", "Pflegerische Betreuung" und "Organisation und Service". Die Weiterempfehlungsquote ist hierbei die wichtigste Komponente, daher basieren die folgenden Erläuterungen hauptsächlich auf diesem Wert.

Insgesamt fallen die Bewertungen der untersuchten Bereiche im Rheinland eher gut aus - die durchschnittliche Weiterempfehlungsrate liegt bei knapp 80 Prozent. Sie liegt damit allerdings unter dem Bundesdurchschnitt von 82 Prozent. Vor allem die Capio Klinik in Hilden, die Rheintor Klinik in Neuss sowie die Fabricius-Klinik in Remscheid werden von den Patienten weiterempfohlen: Die Empfehlungsquote der Behandelten liegt bei jeweils 94 Prozent. Schon seit einigen Jahren zählen diese Häuser zu den besten 20 Prozent im Rheinland. "Es besteht eine hohe Stabilität der Qualität bei guten Häusern", sagte Matthias Mohrmann, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg. "Ein hoher Standard hält sich meist."

Das Helios Klinikum Duisburg sowie das Sana-Klinikum Remscheid landeten auf den untersten Rängen. Die Weiterempfehlungsquote der Patienten liegt hier bei lediglich 62 Prozent. "Unsere Studie soll ein Anreiz für Krankenhäuser sein, sich zu verbessern", sagte Mohrmann. "Alle sollten das Ziel haben, über 80 Prozent zu liegen, jeder andere Wert ist nicht wünschenswert."

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Auf Anfrage unserer Zeitung lieferte das Sana-Klinikum Remscheid andere Werte. Initiiert durch die Patientenbefragung der Versicherungen, führt es nach eigenen Angaben seit Spätherbst 2013 auch intern Patientenbefragungen in den gleichen Kategorien durch. Für den Zeitraum Juni bis September 2014 ergab sich demnach eine Weiterempfehlungsquote von über 97 Prozent.

Das Helios-Klinikum Duisburg verfährt ähnlich. Auf Anfrage erklärt es, seit 2012 eine monatliche Patientenbefragung im eigenen Haus durchzuführen. Die Patienten des Klinikums bewerteten dabei Themen wie Freundlichkeit, Essen oder Wartezeiten. "So ist es uns gelungen, anhand der Ergebnisse Strukturen und bauliche Gegebenheiten zu verbessern, zusätzliche medizinische Qualitätsziele zu erreichen und auf Sorgen und Nöte unserer Patienten viel gezielter zu reagieren", erklärt das Klinikum. Im Oktober 2014 habe die Weiterempfehlungsquote 92 Prozent betragen. Im Gegensatz zur Befragung von AOK, Barmer GEK und hkk flossen bei den klinikinternen Umfragen auch Daten von Privatpatienten ein.

Auch das Uniklinikum Düsseldorf wird nur zu 75 Prozent weiterempfohlen. Da dem Uniklinikum die Werte nicht vorlagen, konnte es sich nicht dazu äußern.

Die gesamte Liste als PDF-Datei zum Herunterladen finden Sie hier.

Hier geht es zur Infostrecke: So gut sind die Kliniken im Rheinland

(RP)
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