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Bochum: Zuschauer ärgern sich über "Les Miserables"

Neuproduktion in Bochum : Zuschauer ärgern sich über "Les Miserables"

Sie wollten "Les Miserables" sehen - und bekamen offenbar nicht das, was sie erwartet hatten. Bochumer Theaterzuschauer haben am Dienstag reihenweise die Neuproduktion des bekannten Musicals im Ruhrkongress vorzeitig verlassen. Bei Facebook machen sie ihrem Ärger Luft.

Am Dienstagabend hat die Deutsche Musical Company Köln im Ruhrkongress in Bochum "Les Miserables" aufgeführt. Allerdings nicht das bekannte Musical, sondern eine eigene Neuproduktion. Zwar hat auch das Stück des Kölner Ensembles das Buch "Die Elenden" von Victor Hugo zur Vorlage. Zwar spielt es auch im Paris der Zeit des Juniaufstandes von 1832. Es geht um Straßenkämpfe und eine Liebesgeschichte.

Doch davon abgesehen weicht die Neuproduktion offenbar von dem Musical-Klassiker ab - so stark, dass viele Zuschauer unzufrieden sind. Bei der Aufführung in Bochum verlassen viele von ihnen vorzeitig in den Saal. Einige fordern ihr Geld zurück, berichtet das Portal "Der Westen". Bei Facebook haben sich die Enttäuschten in einer Gruppe zusammengefunden: passenderweise im "Forum für enttäuschte Besucher der sogenannten 'Les Miserables' Tour".

Dort wird deutlich, dass die Neuproduktion, mit der die Deutsche Musical Company Köln derzeit auf Deutschlandtour ist, nicht nur den Bochumer Musical-Fans enttäuschte. So schreibt eine "Enttäuschte aus Berlin" über die Aufführung im Tempodrom: "Neben der mäßig bis kaum vorhandenen Requisite war die Musik ja leider nicht im Ansatz das, was man erwartet hat, auch wenn es gute Sänger waren. Wir sind nach 15 Minuten gegangen". "Wir waren entsetzt", schreibt eine andere Nutzerin. "Wir sind so enttäuscht und sauer", schreibt eine weitere.

Zuschauer in die Irre geführt?

Die Schuld an dem Missverständnis geben die Musical-Besucher dem Veranstalter. Dass die Neuproduktion den gleichen Titel wie das Original trägt, sei irreführend. Ulrich Gerhartz, Generalbevollmächtigter des Veranstalters Highlight Concerts GmbH, sieht die Verantwortung hingegen bei den Zuschauern: "Die lesen nur Les Miserables, gehen davon aus, dass es das Original ist und dann passiert es, dass sie enttäuscht sind", sagte er zu "Der Westen". Aber sowohl auf der Homepage der Company als auch auf den Tickets stehe der Hinweis "M/B Hilsberg, Potocki". M/B stehe dabei für "Musik und Buch". Damit sei gekennzeichnet, dass es sich nicht um das Original handele. Auf der Homepage und in einem Trailer bei Youtube bewirbt die Company das Stück auch nicht unter dem Originaltitel "Les Miserables", sondern unter dem Titel "Les Miserables - Barricade".

In der Facebook-Gruppe wird indes diskutiert, wie und ob das Geld für die Tickets erstattet werden kann.

(lsa)