Angst vor dunklen Parkhäusern

Angst vor dunklen Parkhäusern

Der Tod des Wachmannes im Parkhaus Bahnstraße wirft die Frage nach der Sicherheit in den riesigen Garagen auf. Es gibt nur wenige einheitliche Vorgaben, die Betreiber kümmern sich selbst um das Sicherheitsgefühl und die Sauberkeit.

Die Sicherheit eines Parkhauses hängt vor allem davon ab, was der Betreiber dafür investiert und wie er sich um den Zustand seiner Immobilie kümmert. Das ist, kurz zusammengefasst, die Antwort auf die Frage: Wie sicher können Parkhäuser sein? Oder als wie sicher werden sie empfunden.

Der Bundesverband Parken (Sitz in Köln) kann konkret nicht antworten, weil es keine umfassenden Vorschriften gibt und verweist auf die Parkhausverordnung. Die ist zuletzt 2009 aktualisiert worden und schreibt beispielsweise vor, dass neuere Parkhäuser Frauenparkplätze anbieten sollen – beleuchtet, nahe an Pförtnerloge oder Eingang, mit Kameras überwacht und mit Notrufknöpfen für Notfälle. Ein Parkhaus wie das der Schadow Arkaden hat solche Plätze, und sie entsprechen exakt den Vorschriften, sagt Center-Manager Harald Feit.

Ernst Hagemann (Parkhaus Stresemannstraße) bietet ausgewiesene Frauenparkplätze nicht (mehr) an, weil es Beschwerden der Kunden gab, auch von Frauen. Da das Objekt aus den 50er Jahren stammt, trifft die Vorschrift auf das Parkhaus nicht zu. Hagemann behilft sich in seinem 800-Plätze-Haus mit einer so genannten Sonderparkfläche im Erdgeschoss, die auch von Frauen genutzt werden kann, wenn sie das wünschen. Ansonsten setzt er auf die abschreckende Wirkung von Video-Kameras: "Bei uns ist seit einigen Jahren kein Auto mehr geknackt worden!" Der Familienbetrieb legt außerdem Wert auf regelmäßige Reinigung und die sichtbare Präsenz von Personal. Das tut Schadow-Arkaden-Chef Feit ebenfalls: Er achtet darauf, dass vor allem nachts kein Wächter allein unterwegs ist. Permanente Kontrolle unterbindet Verschmutzung – und damit ist nicht nur Abfall gemeint. Das ist in einigen Düsseldorfer Parkhäusern anders: Schon der Geruch lässt deutlich erkennen, dass manche Altstadtbesucher es nicht mehr geschafft habe, das drängende Bier ordnungsgemäß zu entsorgen. Zum klammen Gefühl kommt der Ekel, erzählen vor allem weibliche Benutzer der Parkhäuser. Sie stellen weit über 50 Prozent der Kunden, weiß Experte Hagemann.

Die Parkhausverordnung schreibt auch die Intensität der Beleuchtung vor – aber in der Garage unterm Schauspielhaus scheint sie nicht zu gelten. In der untersten Etage vermittelt schummriges Licht kein gutes Gefühl. Ganz anders die Parkebenen in der Kö-Galerie, im Sevens, in den Schadow Arkaden: Dunkle Ecken gibt es nicht, das Licht leuchtet alles aus. Die drei Häuser wurden daher mehrfach ausgezeichnet, wie auch die Garage Stresemannstraße.

Apropos Licht: In Garagen versucht man in den Treppenhäusern mit grellblauem Licht die Junkies zu vertreiben. Der Hintergrund: Bei dem blauen Licht gelingt es ihnen nicht, für den Einstich mit der Heroin-Spritze die Vene unter der Haut zu entdecken, und sie suchen sich einen anderen Platz.

(RP)