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300.000 Kinder und Erwachsene betroffen: Ambulanz für Patienten mit Herzfehler

300.000 Kinder und Erwachsene betroffen : Ambulanz für Patienten mit Herzfehler

In Deutschland leben derzeit rund 300.000 Kinder und Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler. Jährlich steigt diese Zahl um etwa 6000 Fälle an.

Durch die rasante Entwicklung medizinischer Kompetenz können viele Fälle bereits früh diagnostiziert werden, und viele Patienten leben auch deutlich länger als früher. Trotzdem müssen sie meist kontinuierlich betreut werden. Dazu ist die EMAH-Sprechstunde (Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern) da, die an der Uniklinik Düsseldorf eingerichtet wurde. Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern sind Patienten mit besonderen Bedürfnissen.

Junge Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern möchten aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, planen ihren Beruf, möchten Sport ausüben und vielleicht Kinder kriegen - aber sie wissen nicht, ob sich dies alles mit ihrer Herzerkrankung verträgt. Und wenn irgendwann typische Erkrankungen eines Erwachsenen auftreten, die einer internistischen oder chirurgischen Therapie bedürfen, kann die vorhandene Herzerkrankung eine erhebliche Rolle spielen.

Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern unterscheiden sich somit grundlegend von älteren herzkranken Patienten. Sie brauchen professionelle Betreuung. Die EMAH-Sprechstunde der Uniklinik wird von der Kinderkardiologin Birgit Donner und den kardiologischen Oberärzten Eva Kehmeier und Tobias Zeus geleitet.

Diese interdisziplinäre Ambulanz betreut die Patienten langfristig, diagnostiziert und therapiert angeborene Herzfehler (wie etwa ein zunächst normales Loch in der Herzscheidewand, das in einigen Fällen nach der Geburt wider Erwarten nicht zuwächst) oder Komplikationen wie Lungenhochdruck oder Rhythmusstörungen.

Auch betreuen die Experten Schwangere mit angeborenem Herzfehler. Moderne Bildgebung wie 3DF-Verfahren in Echtheit, wie sie am Düsseldorfer Herzzentrum seit längerem in Betrieb sind, ermöglichen auch bei den EMAH-Patienten wertvolle und sehr präzise Informationen etwa über die Möglichkeit, eine Herzklappe zu erhalten oder zu ersetzen.

Viele Verfahren sind mittlerweile auf interventionellem Weg im Herzkatheterlabor möglich, ohne dass eine große OP nötig wäre. Das betrifft auch offene Kurzschlussverbindungen zwischen Gefäßen, Engstellen an Gefäßen und Klappen oder Verfahren der elektrophysiologischen Therapie (wie beispielsweise die Katheterablation).

Hier geht es zur Infostrecke: Zehn Fakten zum Herz

(anch)