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Kurzsichtigkeit: Unterschied zu Weitsichtigkeit, Lasern, Ursache - alle Infos

Alles rund um Kurzsichtigkeit : Wenn der Blick in die Ferne trügt

Kennen Sie das? Sie können in der Ferne etwas nicht gut erkennen und kneifen die Augenlider zusammen, um schärfer sehen zu können.

Sie fokussieren und möchten – ähnlich wie bei der Blende einer Kamera – die Tiefenschärfe verstärken. Sie machen das typische „Blinzelgesicht“. Schon die alten Griechen kannten dieses Phänomen und nannten es „Myops“. Aus diesem Grund wird die Kurzsichtigkeit auch Myopie genannt.

Was ist Kurzsichtigkeit?

„Die Fehlsichtigkeit Kurzsichtigkeit, auch Myopie genannt, entsteht durch eine zu hohe Brechkraft der Augenlinse – Brechungsmyopie oder durch einen zu langen Augapfel – Längenmyopie“, sagt Augenoptiker Matthias Ziem aus Düsseldorf.

Unter Kurzichtigkeit (Myopie) versteht man also eine Fehlsichtigkeit des Auges. Kurzsichtige Menschen sehen Dinge in weiter Entfernung unscharf und verschwommen, sie erkennen nahe Objekte jedoch problemlos. Die Ursache für eine Kurzsichtigkeit ist eine zu starke Verkrümmung der Augenlinse beziehungsweise Hornhaut. Auch ein trüber Linsenkern kann die Ursache sein. Ein zu langer Augapfel beziehungsweise eine zu starke Brechkraft der Augenlinse treten in der Regel separat als Ursache für eine Kurzsichtigkeit auf.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit sind die häufigsten Sehfehler, wobei die Kurzsichtigkeit viel häufiger auftritt. Wie es die Begriffe schon verdeutlichen, können kurzsichtige Menschen nahe Dinge gut sehen und weiter entfernte Gegenstände sind unscharf. Weitsichtige Menschen verfügen über eine gute Sicht in der Ferne, während sie nahe Dinge nicht fokussieren können und unscharf sehen. Weitsichtige Menschen bekommen jedoch häufig auch im Alter Probleme, "gut in die Ferne" zu schauen, so dass ihre Sehfähigkeit insgesamt abnimmt.

Kurzsichtigkeit ist deutlich häufiger als Weitsichtigkeit, das liegt jedoch auch daran, dass die Weitsichtigkeit bei vielen Menschen nicht erkannt wird. Sie bemerken das erschwerte Sehen in der Nähe nicht, denn das Auge kann diese Sehschwäche häufig ausgleichen. Eine unbemerkte Weitsichtigkeit äußert sich bei vielen Menschen in Symptomen wie Kopfschmerzen, müden Augen und Schielen.

Die Kurzsichtigkeit ist eine angeborene oder erworbene Fehlsichtigkeit des Auges. Kurzsichtige Menschen können meist in der Nähe gut sehen. Gegenstände in der Ferne erscheinen hingegen verschwommen. Bei Weitsichtigen ist das genau umgekehrt. Ein kurzsichtiger Mensch sieht also nicht generell schlechter und kann in der Nähe sogar häufig besser sehen als ein normalsichtiger Mensch.

Die Fehlsichtigkeit wird in Dioptrien (dpt) gemessen, dabei stehen negative Messwerte für eine Kurzsichtigkeit. Je höher die Ziffer im Minus ist, desto kurzsichtiger ist der Patient. Ein Messwert von -12 dpt beispielsweise beschreibt eine hochgradige Myopie, also eine starke Kurzsichtigkeit. Eigentlich ist die Kurzsichtigkeit keine Krankheit. Zumindest in den meisten Fällen, denn bis zu einer Fehlsichtigkeit von minus sechs Dioptrien wird sie nur als Anomalie bezeichnet. Also als eine Abweichung vom Durchschnittswert. Erst bei stärkerer Fehlsichtigkeit liegt eine pathologische (krankhafte) Myopie vor.

Der Anteil kurzsichtiger Menschen variiert. Das Statistische Bundesamt hat erhoben, dass es bei Personen im Alter bis 40 viermal so viele Kurzsichtige wie Weitsichtige gibt. Erst ab diesem Alter häufen sich dann die Fälle von Weitsichtigkeit. Ab 50 sind dann fast doppelt so viele Menschen weitsichtig wie kurzsichtig. Weitsichtigkeit ist also eher ein Altersphänomen, während die Kurzsichtigkeit bei jüngeren Menschen und Kindern auftritt. Männer sind dabei seltener fehlsichtig als Frauen.

Wie entsteht Kurzsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit tritt auf, wenn der Augapfel zu sehr in die Länge wächst. Das nennt man dann Achsenmyopie. Dann liegt der Brennpunkt des Lichtes nicht genau auf der Netzhaut, sondern davor. Eine Verlängerung des Auges um einen Millimeter – von 24 auf 25 mm – erzeugt ca. 2,7 Dioptrien (dpt) Kurzsichtigkeit. Bei Kurzsichtigen sind Netzhaut und Aderhaut, die für die starke Durchblutung des Auges sorgen, verdünnt. Daher tritt eine Netzhautablösung bei ihnen häufiger auf. Auch grauer oder grüner Star trifft sie häufiger und früher.

Ein weiterer Grund ist die Brechungsmyopie, das heißt die Brechkraft von Linse, Kammerwasser und Hornhaut ist im Verhältnis zum normal langen Augapfel zu groß.

Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: Bei Normalsichtigen ist der Brennpunkt, der Ort an dem aus parallel einfallenden Strahlen ein scharfes Bild entsteht, in der Netzhaut. Bei Kurzsichtigen ist er davor. So gibt es im Auge eine unscharfe Abbildung, die das Gehirn dann auch so wahr nimmt.

Die Achsenmyopie ist häufiger. Übrigens haben Frühgeborene ein erhöhtes Risiko für diese Form der Kurzsichtigkeit.

Was tun bei plötzlicher Kurzsichtigkeit?

„In jedem Fall ist bei Irritationen die Kontrolle durch den Augenarzt oder Augenoptiker wichtig. Das sollte immer der erste Schritt sein, wenn man sich unwohl fühlt“, sagt Matthias Ziem, Augenoptiker aus Düsseldorf. Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine häufige Form der Fehlsichtigkeit und in vielen Fällen wird sie gar nicht als Krankheit bezeichnet. Menschen können schon in der Kindheit kurzsichtig sein. Dies kann sich dann im Laufe des Lebens von selbst bessern oder verschlechtern. Kurzsichtigkeit lässt sich mit Brille, Kontaktlinsen oder einer Operation gut behandeln. Nur selten treten gefährliche Folgeerkrankungen auf.

Wann beginnt Kurzsichtigkeit?

Die einfache Myopie tritt zwischen zehn und zwölf auf, weshalb sie auch „Schulmyopie“ genannt wird. Meistens nimmt die Kurzsichtigkeit ab 25 nicht mehr weiter zu. Manchmal kann sie jedoch bis zum 30. Lebensjahr fortschreiten. Viele Betroffene erreichen dann einen Wert von -6 bis -8 Dioptrien. Dioptrien bezeichnet, wie stark ein Brillenglas das Licht bricht, um die Fehlsichtigkeit des Auges zu korrigieren.

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Was hat Kurzsichtigkeit mit Vitamin D3 zu tun?

Die Aufnahme von Vitamin D3 bremst die Entwicklung der Kurzsichtigkeit. Das haben Ärzte schon vor 80 Jahren entdeckt. Es kann auch ein positiver Einfluss auf Hornhautwölbung nachgewiesen werden. Neuere Untersuchungen in China fanden zudem heraus, dass sich bei Kindern, die mehr im Freien spielen, die Kurzsichtigkeit langsamer entwickelt.

Wie wird Kurzsichtigkeit korrigiert?

Die Kurzsichtigkeit kann mit Brille, Kontaktlinsen und refraktiver Operation korrigiert werden.Eine Therapie im herkömmlichen Sinne gibt es jedoch nicht. Eine Behandlung sieht jedoch den Einsatz von Sehhilfen und das Lasern vor.

Wie erkennt man Kurzsichtigkeit?

Bei Kurzsichtigkeit erkennen die Betroffenen Gegenstände in der Ferne schlecht, wogegen sie in der Nähe einwandfrei sehen. Dementsprechend sind Tätigkeiten wie Lesen und Arbeiten am Bildschirm meist nicht beeinträchtigt.

Folgende Beschwerden können auf Kurzsichtigkeit hinweisen: Je weiter entfernt ein Gegenstand ist, desto unschärfer erscheint er. Gesichter und Personen werden erst spät erkannt, die Betroffenen haben Probleme beim Lesen von Straßennamen und Hausnummern und das Lesen von projezierten Texten (zum Beispiel in der Schule, Universität oder am Arbeitsplatz) fällt schwer. An Bäumen lassen sich keine einzelnen Blätter oder Äste erkennen, beleuchtete Schilder oder andere Lichtquellen werden unscharf wahrgenommen. Kurzsichtige Menschen haben häufig Kopfschmerzen, besonders bei und nach Tätigkeiten, die eine scharfe Fernsicht nötig machen, wie zum Beispiel Autofahren.

Wann braucht man bei Kurzsichtigkeit eine Brille?

„Immer dann, wenn der Betroffene mit seiner Sehschärfte nicht zufriden ist, was sicherlich ab einer notwendigen Korrektur von -0,5 Dioptrien sein wird“, sagt Augenoptiker Matthias Ziem. „Für Autofahrer gegebenenfalls auch schon bei -0,25 Dioptrien.“ Augenärzte empfehlen, Kurzsichtigkeit so früh wie möglich mit einer Brille zu korrigieren. Ob man kurzsichtig ist, kann beim Augenarzt oder Optiker mit einer sogenannten Sehstärkenbestimmung erkannt werden. Liegt eine Myopie vor, wählt der Augenoptiker ein Minusglas (Zerstreuungslinse) aus. Dieses Brillenglas verändert den Lichteinfall vor dem Auge so, dass die Lichtstrahlen wie bei einem Normalsichtigen genau auf der Netzhaut gebündelt werden. Die Maßeinheit für den Brechwert heißt Dioptrie (kurz: dpt). Kurzsichtige brauchen zur Korrektur einen negativen Brechwert. Deswegen steht vor der Dioptrien-Zahl ein Minuszeichen, also zum Beispiel -2 dpt.

Hilft Lasern bei Kurzsichtigkeit?

Neben dem Tragen von Brille und Kontaktlinsen können die Augen auch gelasert werden. In den meisten Fällen handelt es sich beim Augenlasern um die OP-Methoden Lasik und Femto Lasik. Die Lasik steht „Laser Assisted In Situ Keratomileusis“, was übersetzt heißt, dass Laserlicht genutzt wird, um unmittelbar an der Hornhaut eine Veränderung zu bewirken, eine Voraussetzung um Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Dabei ist anzumerken, dass der zu lange Sehapfel durch diesen Eingriff nicht korrigiert werden kann. Vielmehr wird der Laser eingesetzt, um die Vorderflächenkrümmung zu reduzieren und so für eine verminderte Brechkraft der Hornhaut zu sorgen. Der Vorteil des LASIK-Verfahrens gegenüber älteren Operationsmethoden besteht darin, dass es praktisch schmerzfrei ist. Viele Patienten bemerken den Eingriff während der Operation nicht einmal, wenn sie die Kurzsichtigkeit lasern lassen.

Patienten, die ihren Grauen Star, also die Eintrübung der Linse, durch Laser-Behandlung verbessern lassen, haben den Vorteil, dass ihre Fehlsichtigkeit - ob Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung - ohne großen Aufwand mitkorrigiert werden kann.

Hier geht es zur Infostrecke: Kurzsichtigkeit - diese 10 Fakten sollten Sie kennen