Tierversuche: VW entschuldigt sich für Abgastests an Affen

Tierversuche : VW entschuldigt sich für Abgastests an Affen

Während der niedersächsiche Ministerpräsident massive Kritik an den Tierversuchen von Volkswagen übt, hat sich der Konzern für die Experimente in den USA entschuldigt, bei denen Affen gezielt Dieselabgasen ausgesetzt worden waren.

"Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten", teilte der Konzern am Samstag mit. Volkswagen distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei. "Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner."

Daimler hat derweil versprochen, die Hintergründe der Studie aufzuklären. Der Konzern teilte am Samstag mit, man habe eine Untersuchung eingeleitet. Das Unternehmen distanzierte sich erneut von den Experimenten. "Wir halten die Tierversuche in der Studie für überflüssig und abstoßend", hieß es.

Die Tests mit den Affen waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Deshalb hatte die EUGT ("Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor") - eine von Volkswagen, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative - sie beim US-amerikanischen Lovelace Respiratory Research Institute in Auftrag gegeben. Federführend war laut dem Studienleiter dabei VW. Ziel soll gewesen sein, eine Studie der Weltgesundheitsorganisation zu kontern, die Dieselabgase 2012 als krebserregend eingestuft hatte.

Die Tierversuche waren durch US-Ermittlungen zur VW-Abgasaffäre bekanntgeworden. Die "New York Times" hatte am Freitag zuerst darüber berichtet.

Großaktionär Niedersachsen teilte am Samstag mit, die Vertreter des Landes im Aufsichtsrat drängten auf vollständige Aufklärung der Geschehnisse aus dem Jahr 2014, von denen sie durch die Medien erfahren hätten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass nie wieder vergleichbare Studien in Auftrag gegeben werden. "Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

(felt)
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