Udo Jürgens: Ein treuer Freund war bei ihm

Udo Jürgens im Alter von 80 Jahren gestorben : Ein treuer Freund war bei ihm

Sein Tod kam so unerwartet. Udo Jürgens strotzte vor Lebensfreude. "Ich fühle mich wunderbar", ließ er in einem Interview wissen, gerade zwei Wochen vor seinem Tod. Seine Tournee "Mitten im Leben" war ein Triumphzug. In Thurgau wollte er sich nur ein paar Tage Pause gönnen. Auf seinem letzten Spaziergang begleitete ihn sein Vertrauter Billy Todzo.

Am Tag nach seinem Tod überwiegt die Fassungslosigkeit. Der Tod riss den großen Udo Jürgens völlig unerwartet aus dem Leben. Beim Spaziergang in Gottlieben im Schweizer Kanton Thurgau blieb das Herz stehen. Einfach so. Sein langjähriger Freund und Begleiter Billy Todzo war bei ihm, wie der Schweizer "Blick" berichtet. Er hatte als Sänger und Percussionist jahrelang mit Udo Jürgens auf der Bühne gestanden und gilt als enger Vertrauter.

Nichts deutete auf ein Ende hin. Das Alter von 80 Jahren war nur eine Zahl, wenn man ihn auf der Bühne erlebte. Bei seinen Konzerten war er voller Vitalität und Freude. "Ich fühle mich wunderbar. Alles, wonach ich immer gestrebt habe, darf ich jetzt im Alter erleben", soll er vor gerade zwei Wochen in einem Telefongespräch mit einem "Bild"-Journalisten gesagt haben.

Seine Konzerte auf der Tour "Mitten im Leben" glichen einem Triumphzug. Mehr als 20 Auftritte absolvierte er im Herbst, alle Hallen waren ausverkauft, egal ob Deutschland, Schweiz oder Österreich. "Im Hallenstadion präsentierte sich der 80-jährige Sänger als Mann in den besten Jahren", schrieb die Neue Zürcher Zeitung nach seinem letzten großen Auftritt. 10.000 Fans jubelten ihm zu und schenkten ihrem Liebling Rosen, als er im weißen Bademantel zur letzten Zugabe die Bühne betrat.

In Zürich hatte er sein Glück gefunden

In der Schweiz wollte er nur ein paar Tage Pause machen, ab Februar waren weitere Konzerte geplant. Im Kanton Zürich hatte der Kärntner seine neue Heimat gefunden. Schon 1977 war er in die Schweizer Metropole gezogen. Die Stadt war stolz auf ihren Bürger. 1994 schenkte sie Jürgens sechs Bäume in der Stadthausanlage. 1997 zog er in eine Villa in der etwas ruhigeren Gemeinde Zumikon. "Mit Kellerpool samt Gegenstromanlage, mit großem Cheminée-Zimmer, mit weißem Flügel, Sauna, Dampfbad, Whirlpool und Gästezimmer", wie "Blick" notiert.

Für seine Tourpause hatte Jürgens sich viel vorgenommen. Er wollte noch einmal umziehen. 2013 hatte er ein vierstöckiges Jugendstilhaus in Meilen erstanden. Es ging ihm um die Aussicht auf den Zürichsee. "Der Zürichsee erinnert mich sehr an meine Heimat Kärnten. Mit diesem wunderbaren Haus erfülle ich mir einen Lebenstraum", wurde er von Schweizer Medien zitiert. Dort wollte er seinen Lebensabend verbringen.

Ende des Jahres sollte das Haus bezugsfertig sein. Jürgens war schon dabei, es einzurichten. Er starb, bevor er seinen Lebenstraum genießen konnte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Udo Jürgens - Impressionen aus seinem bewegten Leben

(pst)
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