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Douglas fühlt sich fit für einen Börsengang

Parfümeriekonzern : Douglas fühlt sich fit für einen Börsengang

Die Parfümeriekette schafft die Ergebniswende und wächst im Online-Handel rasant.

(gw) Vor sechs Jahren verschwand der Handelskonzern Douglas vom Aktienmarkt. Mit dem Rausdrängen der Minderheitsaktionäre und der letzten öffentlichen Hauptversammlung endete damals nach 47 Jahren die Börsen-Ära. Nun gibt es offenbar zumindest Gedankenspiele für eine Rückkehr des Unternehmens, das anders als damals ein reiner Parfümeriekonzern ist. „Wir haben dieses Unternehmen zu einem exzellenten Wachstum gebracht und wollen noch profitabler werden“, sagte Konzernchefin Tina Müller der Nachrichtenagentur Reuters. Damit sei auch das Fundament gelegt, um die Firma wieder an die Börse zu bringen.

Die Entscheidung darüber muss in erster Linie der Finanzinvestor CVC treffen, dem 85 Prozent der Douglas-Anteile gehören. Die Familie Kreke hält die restlichen 15 Prozent. Das Zahlenwerk und die Wachstumsstory scheinen gegenwärtig jedenfalls zu stimmen. Douglas hat im Geschäftsjahr 2018/19, das am 30. September beendet worden ist, seinen Umsatz um knapp fünfeinhalb Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro gesteigert und die Ergebniswende hinbekommen.In der Erfolgsrechnung stehen gut 17 Millionen Euro Gewinn, nach einem Verlust von etwa 290 Millionen Euro im Vorjahr. Beim Vorsteuergewinn (Ebitda) legte das Unternehmen glatt 40 Prozent auf 283 Millionen Euro zu.

Sein Wachstum verdankt der Händler vor allem dem rasant steigenden Umsatz im Online-Geschäft. Dort hat Douglas mehr als 38 Prozent zugelegt und erstmals die 500-Millionen-Euro-Grenze überschritten. Mit anderen Worten: Jeden sechsten Euro erlöst das Unternehmen über das Internet. Zwar erzielten auch die Filialen Zuwächse, doch die sind deutlich geringer. Hier beträgt das Plus nur knapp ein Prozent. .„Im vergangenen Jahr haben wir unser E-Commerce-Geschäft substanziell gestärkt“, so Konzernchefin Müller. Das gilt auch auf dem deutschen Markt, auf dem Douglas um 11,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro wuchs.

 Zugleich setzt das Unternehmen die Modernisierung des Filialnetzes fort und verzeichnet zweistellige Umsatzzuwächse in modernisierten Filialen. In Metropolregionen sollten weitere Flagshipstores mit Premium- und Trendmarken sowie umfassenden Behandlungs- und Serviceangeboten eröffnet werden. Womöglich kommt bald auch Kleidung ins Sortiment.