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Südkorea ruft Nordkorea zur atomaren Abrüstung auf

Spannungen deutlich erhöht : Südkorea ruft Nordkorea zur atomaren Abrüstung auf

Als Antwort auf Nordkoreas jüngsten Vorschlag für praktische Annäherungsschritte hat Südkorea das Nachbarland zum Abbau seines Atomprogramms aufgerufen. "Falls Nordkorea wirklich Frieden auf der koreanischen Halbinsel will, sollte es sofort konkrete Maßnahmen zur Denuklearisierung treffen", forderte das Vereinigungsministerium in Seoul am Freitag. Die Spannungen in der Region hatten sich seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar des vergangenen Jahres deutlich erhöht.

Zugleich bekräftigte ein Sprecher, dass die gemeinsamen Frühjahrsmanöver der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte wie geplant stattfinden würden. Südkoreas Verteidigungsministerium hatte bereits zuvor die Forderung Nordkoreas zurückgewiesen, auf die Manöver zu verzichten.

Nach Meinung von Beobachtern könnte Nordkorea mit seinem Vorschlag versuchen, den Druck auf Südkorea zu erhöhen und die Schuld für die Spannungen dem Nachbarland zu geben. Die Nationale Verteidigungskommission in Nordkorea hatte am Donnerstag vorgeschlagen, beide Koreas sollten vom 30. Januar an jede gegenseitige Verleumdungspropaganda und Provokationen stoppen. Nordkorea wolle als Erster Schritte in diese Richtung unternehmen.

Den Vorstoß hatte das mächtigste Entscheidungsgremium des kommunistischen Regimes in Pjöngjang mit der Forderung verbunden, dass Südkorea die Manöver mit den USA absagen sollte. Nordkorea unterstellt den beiden Ländern regelmäßig, mit ihren Militärübungen einen Angriff vorzubereiten. Das bestreiten beide Länder jedoch. Südkorea befürchtet, dass sich Nordkorea angesichts der Manöver zu neuen Provokationen hinreißen lassen könnte.

Das Vereinigungsministerium in Seoul warf Nordkorea vor, mit seiner Versöhnungsofferte die Menschen in die Irre führen zu wollen. Trotz der versöhnlichen Worte von Machthaber Kim Jong Un in seiner Neujahrsrede habe Nordkorea die Regierung in Seoul weiter kritisiert.

Zugleich rief das Ministerium das Nachbarland auf, ohne Bedingungen neue Treffen zwischen Angehörigen getrennter koreanischer Familien zuzulassen. Nordkorea hatte zuletzt einen Vorschlag des Südens zurückgewiesen, solche Familientreffen Ende Januar zu organisieren.

(dpa)