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Kampf um Kobane: Hunderte tote IS-Kämpfer seit Beginn der Luftangriffe in Syrien

Kampf um Kobane : Hunderte tote IS-Kämpfer seit Beginn der Luftangriffe in Syrien

Der Kampf um die syrisch-kurdische Stadt Kobane geht unvermindert weiter. IS-Kämpfer sollen einen strategischen Hügel zurückerobert haben. Die US-geführte Koalition bombardiert erneut Ölfelder. Die Terrormiliz verlor bei Angriffen bereits Hunderte ihrer Kämpfer.

Seit Beginn der US-geführten Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 500 Menschen in Syrien ums Leben gekommen.

Die meisten von ihnen seien IS-Extremisten, teilte das Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte am Donnerstag mit. Die internationale Allianz fliegt seit 23. September in Syrien Luftangriffe auf Stellungen des IS. Die Kämpfe um die syrische-kurdische Stadt Kobane nahe der türkischen Grenze hielten an.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete von türkischer Seite aus, es sei heftiger Schusswechsel von Maschinengewehren aus Kobane zu hören. Ein kurdischer Aktivist sagte, die IS-Kämpfer hätten am späten Mittwochabend versucht, die Stadt von drei Seiten her anzugreifen. Sie hätten aber keinen Boden gewinnen können.

Das Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte meldete, der IS habe den strategisch wichtigen Hügel Tel Schair zurückerobert und versuche, von Osten in die Stadt einzudringen.

Tel Schair erlaubt einen Überblick über die Stadt, kurdische Kämpfer hatten ihn erst vor kurzem vom IS erobert. Ein stellvertretender Minister der kurdischen Regierung, Idris Nassan, bestätigte, dass die Kämpfe in Kobane anhielten.

Kampfflugzeuge der US-geführten Allianz setzten ihre Luftangriffe gegen den IS fort und bombardierten ein Ölfeld im Osten Syriens, wie die Aktivisten des Beobachtungszentrums weiter berichteten. Auf die Ölquellen von Dschafra seien am Mittwochabend vier Angriffe geflogen worden. Auch ein weiteres Aktivistennetzwerk, die Örtlichen Koordinations-Komitees, meldeten die Luftangriffe in der vom IS kontrollierten ostsyrischen Provinz Dair as-Saur.

Mit Einnahmen aus den Ölfeldern finanziert der IS seine Offensiven im Irak und Syrien. Die von der Terrormiliz eroberten Ölfelder werden deshalb häufig von der US-geführten Anti-IS-Koalition angegriffen.

Die US-Kommandozentrale teilte vor kurzem mit, seit Beginn der Offensive gegen den IS Mitte September seien 135 Luftangriffe geflogen worden. Von den insgesamt gezählten 553 Toten waren nach Angaben der Beobachtungszentrum 32 Zivilisten, darunter sechs Kinder und fünf Frauen.

Viele der getöteten IS-Kämpfer fielen demnach in und um Kobane. Die Terrormiliz nahm Dutzende kurdische Dörfer in der Umgebung von Kobane ein und trieb mehr als 200.000 Menschen zur Flucht in die Türkei.

(ap)