Syrien-Konferenz bringt ersten kleinen Fortschritt: Frauen und Kinder dürfen Homs verlassen

Syrien-Konferenz bringt ersten kleinen Fortschritt : Frauen und Kinder dürfen Homs verlassen

Ein erstes kleines Ergebnis der Friedensverhandlungen in Genf: Frauen und Kinder dürfen die umkämpfte Stadt Homs verlassen. Doch gestalten sich die Gespräche äußerst zäh. Und die dicksten Brocken stehen noch aus.

Erster Kompromiss bei den Syrien-Friedensgesprächen in der Schweiz: Frauen und Kinder dürfen die belagerte Stadt Homs verlassen. UN-Vermittler Lakhdar Brahimi sagte am Sonntag, dies sei zwar nur ein kleiner Schritt, aber immerhin ein erstes greifbare Ergebnis.

Eine Einigung auf eine Hilfslieferung für Homs blieb jedoch aus. "Es wird dauern, Syrien aus dem Schlund zu holen, in den es gefallen ist", sagte Brahimi.

Er hatte das ganze Wochenende in mühseliger Kleinarbeit zwischen den Vertretern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und des Oppositionsbündnisses Syrische Nationale Koalition vermittelt. Die Delegierten saßen zwar in einem Raum zusammen, sprachen aber nach eigenen Angaben jeweils nur mit Brahimi.

Dieser nannte die Situation sehr schwierig, sagte aber am Sonntag: "Ich glaube, es ist besser zu langsam zu sein als zu schnell". Er fügte hinzu: "Wenn man rennt, kann man eine Stunde gewinnen - aber auch eine Woche verlieren."

Der seit 2011 wütende Bürgerkrieg hat dort geschätzte 130 000 Menschenleben gekostet und Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Homs war eine der ersten Städte gewesen, die sich gegen Assad auflehnten.

Seit mehr als einem Jahr wird die Stadt von Regierungstruppen belagert. Dort und auch anderswo in belagerten Orten sollen Menschen verhungert sein, weil Hilfslieferungen der UN und anderer Organisationen keinen Zugang hatten.

Die Assad-Regierung blockiere seit Monaten alle Hilfskonvois nach Homs, hieß es aus US-Regierungskreisen. "Die Situation in Homs ist sehr dringlich. Wenn die Regierung das Gegenteil behauptet, ist das falsch."

Monser Akbik, ein Sprecher der Syrischen Nationalen Koalition, hatte noch am Sonntag erklärt, die syrische Regierungsdelegation habe Rücksprache mit Damaskus über eine Waffenruhe für Homs halten wollen.
Zu einer Vereinbarung kam es dann aber offenbar nicht. Akbik warf der syrischen Regierungsdelegation Verzögerungstaktik vor. Dennoch will die Opposition zunächst in Genf bleiben.

Nach Angaben von Aktivisten wurden einige von Rebellen gehaltene Bezirke von Homs auch am Sonntag von Regierungstruppen mit Mörsern angegriffen. Heftige Kämpfe gab es zudem am südlichen Stadtrand der Hauptstadt Damaskus, wie das oppositionsnahe Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte mitteilte.

(ap)
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