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Hamminkeln: Der Verein Togo zieht eine stolze Bilanz

Hamminkeln : Der Verein Togo zieht eine stolze Bilanz

Seit zehn Jahren engagieren sich Annemarie Klocke und Helfer in Westafrika. Knapp eine Million Euro flossen ins Land.

Die guten Nachrichten aus Togo, dem bitterarmen Land im Westen Afrikas, reißen nicht ab, auch wenn's meist nur kleine Schritte sind, die das beschwerliche Leben der Menschen dort ein wenig leichter machen. Doch die summieren sich zu einem beachtlichen Bündel guter Taten, auf die der kleine Verein "Togo - Neuer Horizont" mit Stolz zurückblickt. Vor zehn Jahren haben sich sieben Leute um Annemarie Klocke (66) aus Dingden mit 80 Euro Startkapital aufgemacht, das Schicksal der Menschen in Togo zu ihrer Angelegenheit zu machen und in Atakpamé eine Krankenstation zu errichten.

Der aktuelle Vorstand des Vereins "Togo - neuer Horizont": Sandra Neß, Anne Siedling, Annemarie Klocke, Martina Omar und Stephanie Schäpers (v.li.) Foto: NN

Wenn die 2015 nach acht Jahren komplett steht, sind über den kleinen Verein, der heute 91 Mitglieder zählt, knapp eine Million Euro ins Land geflossen. Der Großteil kam vom Entwicklungshilfeministerium. Aber auch viele private Spenden sorgen dafür, dass Annemarie Klocke und ihre Freunde ihrem "Traum" erfüllen können. Die Pläne zur Vollendung der Krankenstation in Atakpamé mit einer Entbindungsstation, Mutter- und Kind-Klinik inklusive, sind fertig.

Annemarie Klocke hat die anfänglichen Zweifel nie geteilt: "Ich war immer felsenfest überzeugt von unserer Vision." Auch in schwierigen Situationen, die es gab, habe sie nie daran gedacht, die Flinte ins Korn zu werfen. "Ich hatte das Glück, zur richtigen Zeit immer die richtigen Leute getroffen zu haben." Verlässliche Hilfe kam von der Familie Seibt vom Campingplatz Grav Insel in Flüren. Ihr Verein "Wir helfen Kinder weltweit" habe zahlreiche kleine und größerer Projekte erst möglich gemacht. Gerade sei wieder ein Brief von Pater Marian eingetroffen, der für den Verein Projekte in Togo betreut, und sich für eine 25 000-Euro-Spende bedankt.

Mit der Finanzspritze aus Flüren konnte im Dorf Kadogou im sehr trockenen Nordosten Togos an einer vernachlässigten Krankenstation ein Brunnen gebohrt werden. Sauberes Wasser hatten Missionarinnen zur Bedingung gemacht, die Station wieder auf einen guten Weg zu bringen. Die Wohnung für die Nonnen, so Pater Marian, sei das erste aus Zement errichtete Haus hier "seit der Erschaffung der Welt". In einem anderen Dorf der Region konnte mit einer 10 000-Euro-Spende eines Mannes aus Göttingen ein Brunnen gebohrt werden, von dem die Einwohner 40 Jahre geträumt hatten. Das zeigt, dass der Verein, der über ein Spendensiegel verfügt, inzwischen in ganz Deutschland Unterstützung findet.

In der Krankenstation Atakpamé, die monatlich bis zu 700 Patienten versorgt, musste der Plan für die dringend benötigte Entbindungsstation an die felsigen Verhältnisse angepasst werden. Das trieb die Kalkulation um 20 000 auf 320 000 Euro nach oben. Die Stiftung von Bonita-Gründer Biegert steuert mehr als 40 000 Euro bei für den neuen Trakt, in dem auch Geschwisterkinder betreut werden, während die Mütter entbinden. Wenn der bauliche Schlusspunkt gesetzt ist, will der Verein in Ausbildung investieren und Hilfe im Einzelfall leisten. Wie für die alte, erblindete Frau, deren Haus eingestürzt ist.

(RP)