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Solingen: Oktoberfest-Neuauflage geplant - trotz Verlust

Solingen : Oktoberfest-Neuauflage geplant - trotz Verlust

Bis zu fünf E-Mails täglich erhält Ralf Derkum inzwischen. Der Ton ist immer derselbe: "Bitte, bitte. Kommt wieder", schrieben die Solinger dem Organisator des ersten "Bergischen Oktoberfests", das am Wochenende mit einer Flaute zu Ende gegangen war. Die Besucherzahlen waren so niedrig, dass die Initiatoren Ralf Derkum und Richard Hubinger den letzten Festtag sogar abblasen mussten. Für die Veranstalter ein Verlustgeschäft.

Selbst zur Eröffnung seien nur 450 Gäste gekommen, von denen 300 Besucher Anwohner mit Freikarten waren, erzählt Ralf Derkum. Das Festzelt auf dem Parkplatz Weyersberg hatte Platz für 1950 Gäste geboten.

Dabei ist der Organisator mit dem Ausgang des Fests eigentlich sehr zufrieden. "Wir hatten nicht eine Schlägerei", betont der Wuppertaler. Und auch mit dem Solinger Festgelände war er glücklich. "Ein super Standort", betont der Bierfestfreund. Wenngleich die Wuppertaler etwas verstimmt gewesen seien, wie er erzählt. Von dem Wuppertaler Brauhaus mit Geschäftsführer Richard Hubinger, welches die eigentlich neuntägige Veranstaltung in Solingen ausgetragen hatte, werde schließlich ein Oktoberfest in Wuppertal erwartet.

Doch dort habe man keinen Veranstaltungsort finden können, sagt Derkum. Bis heute warte man auf eine Antwort der Stadt Wuppertal, berichtet er - während das Oktoberfest in Solingen längst zu Ende gegangen ist. Und überhaupt: Die Idee sei schließlich gewesen, ein Oktoberfest für das gesamte Bergische Land zu initiieren. "Dieses Fest soll als bergisches Fest angenommen werden", sagt Derkum. Für skeptische Wuppertaler wurde deshalb eigens ein Shuttle-Service organisiert, der die Gäste zum Festzelt bringen sollte. Doch auch der wurde laut Veranstalter nur "mittelmäßig" genutzt.

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Hingegen seien unter den Sponsoren fast nur Wuppertaler gewesen, erzählt der Veranstalter. Da wünsche man sich von den Solinger Unternehmen, die dieses Jahr, wie Ralf Derkum erzählt, von Stimmung und Programm sehr begeistert gewesen seien, mehr Unterstützung,

Doch der beidseitigen Begeisterung stehen spärliche Besucherzahlen gegenüber - für die Veranstalter war das erste Bergische Oktoberfest somit unrentabel. Mit 8000 Besuchern hätten die Organisatoren ihre Kosten decken können, erklärt Ralf Derkum. Doch gekommen waren an den dann nun acht Veranstaltungstagen gerade einmal 5000. "Der Verlust beläuft sich auf eine fünfstellige Summe", sagt Ralf Derkum. "Da müssen wir richtig tief in die Tasche greifen."

Hoffnung für die Solinger Mail-Verfasser gibt es dennoch: Einen Termin für den Herbst 2016 gebe es bereits. "Natürlich muss sich das erst einmal einspielen", erklärt der Wuppertaler, der die Zusammenarbeit mit der Stadt Solingen lobt. Für 2016 gelte es nun, vor allem jüngere Besucher zwischen 18 und 25 Jahren zu begeistern. Deshalb solle das Oktoberfest nicht mehr in die Ferien fallen.

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