Ratingen: Mit Stipendium nach Ratingen

Ratingen: Mit Stipendium nach Ratingen

"Was ich hier in Deutschland neu für mich entdeckt habe sind Milchprodukte", witzelt Elizabeth Brennan in fast perfektem Deutsch. Den leichten amerikanischen Akzent hört man fast nicht heraus. Seit August lebt die 18-jährige Amerikanerin aus New Jersey in einer Ratinger Gastfamilie. Zusammen mit Kelly Corrigan (19) und Austin Miles (19) hatte sie sich für das Parlamentarische Patenschafts-Programm des Deutschen Bundestages beworben.

Das Austausch-Programm wird bereits zum 27. Mal von US-Kongress und Deutschem Bundestag organisiert. "Zu Beginn des Austauschs haben alle Stipendiaten in Bonn zwei Monate Deutsch gelernt", berichtet Elizabeth. Auch in Ratingen durfte sie weiterhin die Schulbank am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium drücken. In Amerika hat Elizabeth die High-School seit letztem Sommer hinter sich und wollte in ihrem "Gap-Year" etwas von der weiten Welt sehen, bevor sie mit der Uni anfängt.

Mehrere tausend Jugendliche bewerben sich jedes Jahr für das Programm. Wer ein Stipendium bekommt tauscht für ein ganzes Jahr sein Leben in der amerikanischen Heimat gegen ein Leben in Deutschland. Dabei steht ihnen ein "Parlaments-Pate" zur Seite, der den Jugendlich hilft, Praktika zu finden. Für Elizabeth, Kelly und Austin übernahm der Ratinger CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer, diese Patenschaft. Am vergangenen Mittwoch lud er die amerikanischen Gäste und deren Gasteltern zu einer Art "Zwischenbilanz" in das Hofcafé Wolff ein.

Nicht nur für die Jugendlichen Gelegenheit sich auszutauschen. "Wir verstehen uns mit Austin wirklich sehr gut und haben direkt einen Draht zu ihm gefunden", so Stephan Jerosch aus Velbert. Als der Gastvater von Austins Oldtimer-Vorliebe erfuhr, hatte er sich gleich um einen geeigneten Praktikumsplatz für seinen Tausch-Sohn bemüht. Jetzt arbeitet Austin in einer Oldtimer-Werkstatt in Wülfrath und hat hier sogar schon einen Ausbildungsplatz angeboten bekommen.

Doch nach dem Ende des Austauschprogrammes will Austin erst einmal wieder zurück in sein sonniges Florida. Auch Kelly aus Kalifornien ist andere Temperaturen gewöhnt. "Doch der Winter in Deutschland war wirklich schön. Ich konnte sogar Schlittenfahren." Seit dieser Woche hat Kelly bereits ihre zweite Praktikumsstelle in Deutschland angetreten. "Ich arbeite jetzt im Goethe-Institut. Zuvor war ich in einem Kindergarten. Das ist eine ganz schöne Umstellung", sagt sie lachend.

Im Juni, kurz vor Ende ihres Aufenthaltes in Deutschland, steht für alle drei dann der große Hauptstadtbesuch in Berlin mit einem von Peter Beyer geführten Bundestagrundgang an.

(RP)