Radevormwald: Unsicherheit bei Übernachtungen in Kitas

Radevormwald : Unsicherheit bei Übernachtungen in Kitas

Eine beliebte Aktion zum Ende der Kindergartenzeit drohte zu kippen. In dieser Woche hatte die Bauaufsicht der Kreisstadt Gummersbach Kitas untersagt, dass Erzieher und Eltern mit Kindern eine Nacht im jeweiligen Haus gemeinsam verbringen.

Die Lore-Agnes-Kita an der Bahnhofstraße hatte nach Bekanntwerden der Nachricht sofort reagiert, berichtet Britta Hallek aus dem Elternrat. Die Eltern, die im Förderverein organisiert sind, hatten daraufhin bei der Jugendherberge nachgefragt und auch gebucht. Ziel war es, für die 15 Kinder die gemeinsame Übernachtung zum Abschluss der Kindergartenzeit zu ermöglichen. Die Aktion mit den vier Betreuern hat den Förderverein nun etwa 440 Euro gekostet. "Das ist für den Förderverein sehr viel Geld", sagte Britta Hallek und ergänzte, "wir wollten aber den Kindern auf jeden Fall die Enttäuschung ersparen."

Hintergrund der Entscheidung der Behörde in Gummersbach ist die Erkenntnis der dortigen Bauaufsichtsbehörde, dass der Brandschutz in Kitas über Tage anders zu bewerten ist als in den Nachtstunden. "Da sind andere Maßstäbe anzulegen", sagt Jessica Schöler, Sprecherin des Oberbergischen Kreises. So müsse es zum Beispiel eine Notbeleuchtung geben. Der Oberbergische Kreis ist jetzt dabei, ein Merkblatt zu erarbeiten, an dem sich die Kommunen ohne Bauaufsicht orientieren müssen und die mit Bauaufsicht orientieren können. Es soll bis zum nächsten Kindergartenjahr fertiggestellt sein.

Radevormwald hat eine eigene Baubehörde. "Die Kita hat sich bei uns nicht gemeldet", sagt Jörn Ferner, der Amtsleiter der Bauaufsichtsbehörde. In Absprache mit Schulamtsleiter Jürgen Funke reicht es aus, wenn sich die Kita-Leitung vor einer solchen Aktion mit der Verwaltung in Verbindung setzt. "Wir geben den Kita-Leitungen auf, die betreffende Nacht der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei zur Kenntnis zu geben", sagt Ferner. Wenn eine Meldung aus einer Kita kommt, wissen die Vertreter beider Behörden, wie sie reagieren müssen. Klar sei aber, dass gewisse Regeln eingehalten werden müssen, vor allem auch, weil es moderne und weniger moderne Häuser gebe.

Ziel auch der Rader Baubehörde ist es, die Übernachtungen, die es seit einigen Häusern seit etwa 30 Jahren gibt, weiterhin zu ermöglichen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE