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Neuss: Brücke verkürzt den Weg vom Hafen zu St. Quirin

Neuss : Brücke verkürzt den Weg vom Hafen zu St. Quirin

Zu Messezeiten ankern Hotel-Schiffe bereits im Hafenbecken I. Bald sollen Kreuzfahrschiffe folgen. Der Hafen wird Teil der Innenstadt.

Mehr als eine Dreiviertelmillion Euro kostet die neue Brücke über die Batteriestraße. Sie macht aus dem Weg vom Hafen zur Innenstadt einen "Katzensprung". Wie groß der Gewinn sein wird, den sie darstellt, mag noch keiner in Zahlen ausdrücken. "Wie positiv hat sich die Szenerie hier am Hafenbecken I entwickelt", freut sich Hans-Dieter Krupinski, "und was sich hier noch für wunderbare Möglichkeiten auftun, können wir nur erahnen."

Der ehemalige Ministerialdirigent im NRW-Bauministerium gehörte gestern Abend zu den wenigen geladenen Gästen, die erlebten, wie Bürgermeister Herbert Napp die neue Fußgängerverbindung offiziell frei gab und das Brückenlicht einschaltete. Neuss ist wieder ein Stück näher ans Wasser gerückt. "Hoffentlich merken das auch viele Neusser", sagt Rechtsanwalt Mario Meyen, einer der Mieter im neuen Kopfgebäude und verweist auf die neuen Blicke, die sich von der Brücke eröffnen: Die beleuchtete Silhouette von Romaneum, Landestheater und Tranktor-Garage beeindruckt gerade in der Dämmerung.

Für die Neusser wird der Weg in den Hafen mit der Brücke kürzer, die Quirinus- und Batteriestraße verbindet. Das gilt auch im Umkehrschluss. Zu Zeiten der großen Messen nehmen immer mehr Hotel-Schiffe Kurs auf Neuss. Zur Medica im Oktober ankerten bereits sieben schwimmende Herbergen im Hafenbecken I — Tendenz steigend. "Die Nachfrage ist außerordentlich gut", bestätigt dann an Bürgermeister Herbert Napp.

Neben den Hotel-Schiffen will Neuss endlich auch Kreuzfahrschiffe anlocken. "Die Passagiere gehen doch direkt in der Innenstadt von Bord", sagt Rainer Schäfer. Der Geschäftsführer der Neuss Düsseldorfer Häfen wünscht sich daher, dass wieder eine Anlegestelle in Wurfweite von der Hessentorbrücke gebaut wird. Der alte Steiger ist der Neugestaltung der Promenade zum Opfer gefallen. Der Anleger wird kommen. Er ist nur ein weiterer Schritt auf dem Weg, die Schnittstelle von Innenstadt und Hafen erlebbar zu machen. Wird es künftig weitere gastronomische Angebote am Hefenbecken I geben? "Schön wäre das" sagt Mario Meyen und Klaus Harnischmacher ergänzt: "Träumen ist ja nicht verboten."

Harnischmacher hat als Geschäftsführer der städtischen Stadthafen GmbH maßgeblichen Anteil an der jüngsten Entwicklung. Die Stadthafen GmbH ist auch Investor des 4,3 Millionen Euro teuren Kopfgebäudes, das in diesen Tagen bezogen wird. Nach der Kanzlei Hüsch und der TW Treuhand hat nun auch die Zahnarzt-Praxis Heimbach den Betrieb aufgenommen. "Die ersten Patienten haben wir in den neuen Räumen behandelt", freut sich Dr. Joachim Heimbach.

Und die Entwicklung geht weiter. Die Pläne für eine Fußgängerbrücke über das Hafenbecken I — in Höhe der Collingstraße — reifen. Sie wird in den Uferpark auf der Mole I führen, der das neue Pierburg-Werk umschließt. Auch auf der Molenspitze sind (Sport-)Angebote denkbar. "Der eine oder andere Kiosk wird ja vielleicht noch eröffnen", vermutet Mario Meyen.

(NGZ)