Krefeld: Neue Flüchtlingskoordinatorin dankt Ehrenamtlern

Krefeld: Neue Flüchtlingskoordinatorin dankt Ehrenamtlern

Hansgeorg Rehbein geht endgültig in den Ruhestand. Dem 72-Jährigen folgt Doris Schlimnat in der Flüchtlingsarbeit.

Oberbürgermeister Frank Meyer lässt keinen Zweifel daran aufkommen, wie wichtig die Stelle des Flüchtlingskoordinators für die Stadt Krefeld in den zurückliegenden Jahren war und in der Zukunft ist. "Als ich 2015 mein Amt antrat, war es eine meiner ersten Entscheidungen, einen Flüchtlingskoordinator einzusetzen. Denn einer großen Zahl Flüchtlinge standen über tausend Menschen gegenüber, die helfen wollten. Das musste koordiniert werden", sagte der erste Bürger der Stadt gestern im Rahmen der offiziellen Verkündung der Nachfolge von Hansgeorg Rehbein.

Dieser hatte die wichtige Position übernommen und war dafür sogar aus dem Ruhestand zurückgekehrt. Von vorn herein war aus diesem Grunde klar, dass es ein zeitlich begrenztes Engagement würde. Eines aber, das der langjährige Leiter der Volkshochschule keinesfalls bereut. "Ich empfinde tiefe Dankbarkeit für die Aufgabe. Was ich erlebt habe wirkt nach. Ich bin tief bewegt über die Begeisterung der Menschen", blickte der 72-jährige Pensionär, der weiterhin aktiv im sozialen Bereich sein wird, auf seine gut zwei Jahre als Flüchtlingskoordinator zurück. Als Vorsitzender der Krefelder Tafel wird er sich nun dieser Aufgabe wieder intensiver widmen. "Dort haben wir 140 bis 150 Ehrenamtler, die koordiniert werden müssen. Auch werden gesellschaftliche Ungleichheiten nicht weniger, was die Tafel noch wichtiger macht."

Seine Nachfolgerin in der Position der Flüchtlingskoordinatorin wird Doris Schlimnat. Die Mutter zweier erwachsener Söhne (23 und 29 Jahre) ist Diplompädagogin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung und stammt aus dem Münsterland. Über den Umweg Finnland, wo sie am Goethe-Institut arbeitete, kam sie im Jahr 1991 nach Krefeld und arbeitete zunächst in der Jugendarbeit als Leiterin der Villa K am Stadtgarten. 1998 wechselte sie zur Stadt und war sieben Jahre beim Jugendamt tätig. Es folgten zwölf Jahre als Leiterin des Fachbereichs Deutsch und politische Bildung an der Volkshochschule. Nun tritt sie als Flüchtlingskoordinatorin eine neue Position an und freut sich auf die Aufgabe.

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"Es ist schon sehr viel getan und erreicht worden. Jetzt stehen wir vor neuen Aufgaben und müssen neue Themen bewältigen. Beispielsweise im Familiennachzug", sagt Schlimnat. Sie freut sich, dass ihr Vorgänger auch weiter seine Unterstützung zugesagt habe und stets ansprechbar bliebe. Das sei keine Selbstverständlichkeit und mache das Leben für sie leichter.

Alle Vertreter der Stadt hoben die begeisternde Initiative der Krefelder in der Flüchtlingsproblematik hervor und lobten die mehr als 1000 ehrenamtlichen Helfer. Dass die Politik auf Landes- und Bundesebene es an Unterstützung mangeln lässt, kritisierte vor allem der OB: "Parteiübergreifend wurden die Kommunen im Stich gelassen. Ich kann verstehen, dass sich Ehrenamtler manchmal ausgebremst fühlen. Uns sind selbst oft die Hände gebunden." Die Arbeit dieser Menschen sei dadurch aber umso wichtiger und wohl auch dafür verantwortlich, dass es in Krefeld praktisch keine Proteste gegeben habe. Krefeld sei weltoffen und tolerant - besonders dank der Ehrenamtler.

(RP)