Köln: Parklandschaft auf Trümmerbergen

Köln: Parklandschaft auf Trümmerbergen

Der Rheinpark und die Seilbahn feiern in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumsfest am 18. Juni. Eröffnet wurde das 48 Hektar große Gelände 1957 zur großen Bundesgartenschau in Deutz.

Schon seit den 20er Jahren wurde das Gelände des Rheinparks von der benachbarten Messe als Ausstellungsfläche unter freiem Himmel genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sah es dort reichlich trostlos aus - eine halbe Million Kubikmeter Kriegstrümmer aus Deutz wurden direkt am Rheinufer abgeladen. Das änderte sich erst mit der Bundesgartenschau 1957, die auf 48 Hektar eine blühende Gartenlandschaft entstehen lies.

Dabei stand die 179 Tage dauernde Schau für den Wandel in der Gartenarchitektur. Waren es bis dahin die 30er Jahre, die bei der Formensprache in Park- und Gartenanlagen tonangebend waren, setzt mit der Buga in Köln der große Umbruch ein. Leichte, lockere und geschwungene Formen bestimmten die Anlage des Rheinparks. Neu war auch der Einsatz von Beton für die Gestaltung des Parks - gut zu sehen, zum Beispiel an der Schlangenmauer direkt an der Claudius-Therme.

Diese Strukturelemente, die Detailgestaltung der Gartenbereiche, die Wegeführung, die Architektur der Gastronomiegebäude wie das Parkcafé, die Ausstattungselemente sowie die 21 Skulpturen machten den Rheinpark zu einer der schönsten Schöpfungen der Gartenarchitektur in der Nachkriegszeit. 4,3 Millionen Gäste kamen 1957 zur Buga an den Rhein. Eröffnet wurde diese gemeinsam von Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer.

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Die Gäste nutzen auch ein Verkehrsmittel, das es bislang in dieser Form noch nicht gegeben hatte - die Kölner Seilbahn, die vom linksrheinischen Köln über den Rhein bis zur Gartenschau unterwegs war. Noch heute ist die Viererkabine im Einsatz, mit der einst der Bundeskanzler den Ausblick aus luftiger Höhe auf Köln genießen konnte. Auch Adenauers Sohn Max war als Stadtdirektor unter den ersten Gästen der Seilbahn, die eine Strecke von 650 Metern zurücklegte. Alle zwölf Sekunden startete damals eine der 50 Kabinen.

Danach bliebt die Seilbahn, die die Gartenschau im Rechtsrheinischen erschloss, in Betrieb. Diesen musste sie nur zwischen 1963 und 1966 einstellen, als die Zoobrücke gebaut wurde. Der Neuaufbau im Anschluss war nicht unumstritten, konnte aber trotzdem durchgesetzt werden. Die Strecke verlängerte sich dabei auf 935 Meter bis zur heutigen Station an der Claudius-Therme. Der Buga in den 50ern folgte 1971 eine weitere Bundesgartenschau. Diese sollte eigentlich im Grünzug Süd stattfinden. Das Gelände konnte aber nicht rechtzeitig bereitgestellt werden und so setzte man auch den Rheinpark sowie die Niehler Aue. Beide Bereiche wurden mit einem Schiff verbunden. Der Rheinpark wurde für die Schau nicht neugestaltet, sondern von den gleichen Gartenarchitekten weiterentwickelt. 2007 wurde die gesamte Parkanlage komplett restauriert.

Zum Jubiläum gibt es am 18. Juni ein großes Fest im Rheinpark. Veranstaltet wird dieses gemeinsam von der KVB, seit 1998 der Betreiber der Seilbahn, dem Grünflächenamt der Stadt und dem Förderverein Kölner Rheinpark. Von 11 bis 17 Uhr gibt es zahlreiche Angebote auf dem Gelände. Dazu gehört das Kanufahren mit dem KSK Team, Rollstuhl-Basketball des BSC Köln 99ers, der Kinderzirkus Fearless, ein Hubsteiger für den Blick aus 20 Metern Höhe, Aktionen der Stadtgärtnerei für Kinder, Führungen durch den Rheinpark, Auftritte der Kindertanzgruppen der Karnevalsgesellschaften sowie ein Mitsingkonzert mit Björn Heuser. Dazu gibt es auch erste Kostproben von den neuen Betreibern des Parkcafés, das im Laufe des kommenden Jahres neu eröffnet wird.

(RP)