Kleve: Ohne Pfarreirat in die Zukunft

Kleve : Ohne Pfarreirat in die Zukunft

In der Gemeinde St.-Mariä-Himmelfahrt fallen die Wahlen für das Gremium aus. Am 12. November findet stattdessen eine Versammlung statt, in der über den pastoralen Weg für die nächsten vier Jahre gesprochen wird.

Das Pressegespräch im Pfarrhaus an der Kapitelstraße in Kleve begann mit einem Paukenschlag: Anstelle der am 12. November eigentlich vorgesehenen Pfarreiratswahl gibt es an diesem Sonntag in der mit rund 13.000 Mitgliedern starken Pfarrgemeinde St.-Mariä-Himmelfahrt von 12.30 bis 14.30 Uhr im Kolpinghaus eine Pfarrversammlung, die unter dem Stichwort "Zukunftstag St.-Mariä-Himmelfahrt" steht. Zu der Gemeinde gehören die Propsteikirche, die Christus-König-Kirche, die Herz-Jesu-Kapuzinerkirche, die St.-Mariä-Empfängnis-Kirche, die St.-Lambertus-Kirche Donsbrüggen und die Krankenhauskapelle.

Die Gesprächspartner Petra Hähn (Jugendzentrum Kalle), Ellen Rütter (Verbundleitung Kindergärten) und Michael Beermann (Pastoralreferent) betonten, dass das Leben der Pfarrei in Zukunft weniger in Gremien als vorrangig durch kurz- und langfristige Projektgruppen, Gruppierungen und Verbände gestaltet werden solle. Mick Michels, der 16 Jahre die Begegnungsstätte Südstadt leitete, konnte durch einen Pilotenstreik im Ausland Kleve nicht rechtzeitig erreichen. Diese vier kirchlichen Mitarbeiter bilden den Kern des Pfarrei-Teams. Hier können sich ehrenamtliche Frauen und Männer einbringen, um in Abstimmung mit dem Seelsorgeteam wichtige Themen für die Pfarrei zu entdecken und sich dieser Aufgaben konkret anzunehmen. Der neuen Form einer künftigen pastoralen Ausrichtung hätten sowohl die Bistumsleitung als auch die bisherigen Mitglieder des Pfarreirates zugestimmt. Ein großes Banner mit der Aufschrift: "Sie möchten sich für ein konkretes Thema in unserer Pfarrei einsetzen? Dann kommen Sie zum Zukunftstag St.-Mariä-Himmelfahrt am 12. November", weist an den Kirchen auf diese wichtige Zusammenkunft hin.

Damit die Menschen der Pfarrei auf diesen Zukunftstag aufmerksam werden, wird in den Wochenend-Gottesdiensten am kommenden 14./15. Oktober die "Pastoral-Krippe" vorgestellt. "Mit dieser recht ungewöhnlichen Form wollen wir unsere Idee vorstellen und die Gottesdienstbesucher neugierig machen", sagte Beermann. Wenn mitten im Oktober ein Adventslied gesungen wird und im Gotteshaus eine Krippe steht, werden sich viele fragen, was das denn soll? Die Antwort: "Gott wird jeden Tag Mensch, auch hier in Kleve." Das Jesuskind liegt in der Krippe der jeweiligen Kirchen. Dazu kommen 300 von "Kalle"-Jugendlichen in Laubsägearbeit gestaltete Männer- und Frauenfiguren - jeweils 50 in den fünf Kirchen und der Kapelle - mit einer Nummer. Diese Nummer befindet sich auf einer Postkarte, etwa Nummer 12: "Begegnungsfahrten des Glaubens." Wenn nun einer bereit ist, Fahrten nach Taizé, Lourdes, Fatima, Rom, Santiago de Compostela oder zu einem deutschen Wallfahrtsort zu organisieren oder begleiten, kann er sich unter "mailto:pfarreiteam@online.de" melden. Beim Zukunftstag St.-Mariä-Himmelfahrt am 12. November sollen die einzelnen Einsätze konkretisiert werden. Im Gottesdienst zur "Pastoral-Krippe" heißt es: "Wenn Menschen sich auf vielfältige Weise für Hilfsbedürftige einsetzen - dann wird der Sohn Gottes in Kleve spürbar." Das gilt, ob als Messdiener oder im Chor, in Gruppen, in der Seniorenarbeit oder im Krankendienst, mit Ideen und Fähigkeiten das Gemeindeleben zu bereichern. Das gilt auch, im Mut aus dem Glauben heraus Zeichen gegen gesellschaftliche Entwicklungen zu setzen, oder auf kreative Weise Kinder und Jugendliche für Kirche und Glauben zu begeistern.

(RP)