Lärmschutz: Tempolimit in Hilden in der Nacht

Neue Schilder in Hilden: Nachts gilt ab sofort Tempo 30 in der Innenstadt

90 neue Schilder hat Straßen NRW in den vergangenen Tagen aufgestellt. Autofahrer müssen auf Klotz-, Kirchhof- und Ellerstraße bereits jetzt vom Gas. Gerresheimer und Hochdahler Straße folgen in den nächsten Wochen. Hintergrund ist ein vor zwei Jahren gefasster Entschluss des Rates für mehr Lärmschutz.

Innerhalb der vergangenen Wochen hat der Landesbetrieb Straßen NRW in Hilden 90 neue Verkehrsschilder aufgestellt. Auf Klotz-, Kirchhof- und Ellerstraße gilt seitdem nachts zwischen 22 und 6 Uhr eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Gerresheimer und Hochdahler Straße folgen. Grund dafür ist ein zwei Jahre alter Beschluss der Kommunalpolitik. „Es handelt es sich um die Beschilderung zum Lärmaktionsplan Stufe 2, den der Rat der Stadt Hilden am 2. November 2016 beschlossen hat“, erklärte das Planungs- und Vermessungsamt.

„Bei vielen wissenschaftlich begleiteten Feldversuchen – zum Beispiel in Berlin und Frankfurt – wurde nachgewiesen, dass die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h die Lärmemissionen der Kraftfahrzeuge erheblich mindert“, erklärte die Stadt. Beispiel Kirchhofstraße: „Durch die angeordnete Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus in der Zeit von 22 bis 6 Uhr wird der Geräuschpegel in der Kirchhofstraße gesenkt. Damit wird die Zahl der Menschen, die von 60 Dezibel oder mehr Verkehrslärm betroffen sind, um ein Drittel, rund 100 Anwohnerinnen und Anwohner, reduziert.“ Bei einer Untersuchung im Zuge des Aktionsplanes stellte sich heraus, dass nachts rund 1400 Hildener von übermäßigem Lärm betroffen seien.

Im Gespräch war damals sogar, auf den betroffenen Straßen auch tagsüber Tempo 30 einzuführen. Doch die gehören zum Vorfahrtsstraßennetz der Stadt. Kreis Mettmann, Bezirksregierung Düsseldorf und Straßen NRW stellten sich quer. Hinzu kam der Einwand der Rheinbahn, Tempo 30 verlängere die Fahrzeit und sorge dafür, dass Anschlussbahnen nicht mehr erreicht werden.

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Stellt sich die Frage, warum der Ratsbeschluss von 2016 erst jetzt umgesetzt wurde. Eigentlich sollten alle Schilder im selben Zeitraum aufgestellt werden, erklärte die Stadt. Die dünne Personaldecke in den zuständigen Ämtern, Zentraler Bauhof sowie Tiefbau- und Grünflächenamt, hat diesem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Während Straßen NRW sein Soll auf den sogenannten klassifizierten Straßen (Kirchhof-, Eller-, und Klotzstraße) nun erfüllt hat, steht die Stadt auf den Gemeindestraßen noch in der Pflicht. „Die Stadt Hilden hat inzwischen eine Fachfirma mit diesen Arbeiten beauftragt. Das Jahresvertragsunternehmen ist darüber hinaus zum Beispiel für Asphalt- und Pflasterarbeiten zuständig. Solange es nicht regnet oder friert, haben diese Maßnahmen Vorrang. Das Aufstellen von Schildern ist auch bei widrigen Wetterbedingungen möglich“, so das Tiefbau- und Grünflächenamt.

Ob sich die Geschwindigkeitsbegrenzungen als wirksam erweisen, bleibt spannend. Denn weder Polizei noch Kreis planen bislang Kontrollen. „Die Polizei hat die Aufgabe, Verkehrsunfälle zu verhüten. Daher wird die Kreispolizeibehörde Mettmann in aller Regel keine Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Gründen des Lärmschutzes oder der Luftreinhalteplanung überwachen“, erklärt Ingmar Herding von der Direktion Verkehr. Dennoch: Mit Tempokontrollen sollten Autofahrer immer rechnen. Auch nachts.

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