Goch: Das Geheimnis der Gocher Straßennamen

Goch : Das Geheimnis der Gocher Straßennamen

Hans-Joachim Koepp hat gemeinsam mit dem Heimatverein sein neues Buch vorgestellt. Darin erklärt der Stadtarchivar die Herkunft der rund Gocher 450 Straßennamen und berichtet von so mancher Anekdote.

Er habe nur ein Projekt fortgesetzt und zu Ende geführt, das bereits viele andere vor ihm begonnen hätten, sagt Hans-Joachim Koepp bescheiden. Herausgekommen sind dabei gebundene 384 Seiten, die sich unter dem Titel "Vom Trampelpfad zur Autobahn" mit den rund 450 Gocher Straßennamen beschäftigen. Herausgeber ist der Heimatverein Goch.

Im Vorwort erklärt Stadtarchivar Koepp, warum es Zeit war, ein solches Buch zu veröffentlichen: "Aus den Namen der Straßen spricht häufig ein Stück Heimatgeschichte. Das vorliegende Buch enthält reichlich Stadtgeschichte. Straßennamen sind auch häufig ein unspektakuläres und doch einprägsames Denkmal, das das Andenken und den Respekt an eine Person, einen Ort oder ein Ereignis wachhält. Straßennamen sind ebenso eine Visitenkarte der Stadt mit ihrer Geschichte sowie ihren Bürgern."

Bürgermeister Karl-Heinz Otto, der bei der Vorstellung eines der ersten Exemplare überreicht bekam, knüpfte genau an diesen Punkt an: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Umbenennung von Straßen immer auch kritisch gesehen wird. Sie werden keine Straße umbenennen können, aus welchen Gründen auch immer, ohne dass es auch Proteste gibt. Weil die Namen auch identifikationsstiftend sind", so Otto. So gebe es in jeder Stadt Straßen, deren Namen ein positives oder negatives Image haben.

Im Buch klärt Koepp darüber auf, dass es sich ursprünglich bei den Straßenbenennungen "um einen recht nüchternen Sachverhalt" handele. "Es wird an ein geschichtliches Ereignis oder an eine Person erinnert", so Koepp. Doch es gebe natürlich auch amüsante Anekdoten. Wie zum Beispiel jene über den "Transformatorweg" im Ortsteil Hommersum. Gewürdigt werden sollte damit im Jahr 1999 nämlich nicht etwa die außergewöhnliche Architektur des Stromkastens, sondern es wurde auf den Umstand hingewiesen, dass sich in früheren Zeiten insbesondere Liebespaare hinter dem sowohl Wind- als auch Blickschutz bietenden Häuschen trafen. Auch darüber, dass der "Duvelskamp" nichts mit dem mundartlichen Teufel zu tun hat und die einstige "Scheifstraße" in einer zweiten Katasterkarte als "Scheißstraße" auftaucht, klärt Koepp auf.

Dank des Engagements der Stiftung der Volksbank zur Förderung der Heimatforschung und Heimatpflege und För Land en Lüj, Förderkreis für Geschichte und Mundart im Kreis Kleve ist das Buch für 16,80 Euro im Buchhandel (ISBN: 978-3-926245-95-3) und im Gocher Rathaus erhältlich.

(RP)